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Messgeräte in Schulen und Kitas: Das steckt hinter den Mini-Ampeln

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Von: Carla Witt

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Viel spannender als eine Ampel an der Straßenkreuzung: Die Erstklässler in Kleinhammer waren von dem neuen CO2-Messgerät fasziniert. Sie machen ihre Lehrer garantiert sofort darauf aufmerksam, wenn während des Unterrichts demnächst orangefarbenes Licht leuchtet.
Viel spannender als eine Ampel an der Straßenkreuzung: Die Erstklässler in Kleinhammer waren von dem neuen CO2-Messgerät fasziniert. Sie machen ihre Lehrer garantiert sofort darauf aufmerksam, wenn während des Unterrichts demnächst orangefarbenes Licht leuchtet. © Witt, Carla

Das grüne Leuchten der Mini-Ampel auf dem Tisch fasziniert die Mädchen und Jungen. Neugierig nehmen die Erstklässler der Grundschule Kleinhammer das Gerät und die digitale Anzeige in Augenschein. „Wenn die Ampel im Unterricht auf Orange springt, dann machen garantiert alle Kinder den Lehrer sofort darauf aufmerksam“, stellt Nina Manns lächelnd fest.

Werdohl ‒ Die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule konnte sich am Dienstag über vorgezogene Weihnachtsgeschenke freuen: Volker Stöckel von der Abteilung Schule, Kultur, Sport und Service der Stadt Werdohl hatte für den Standort Kleinhammer 22 CO2-Messgeräte im Gepäck. Die Bedienung der Mini-Ampeln ist denkbar einfach: Die Kabel der Geräte werden einfach in die Steckdose gesteckt – und schon startet selbstständig der Messvorgang.

Zeigt die Ampel grünes Licht, ist die Raumluft gut. „Dann liegt die Kohlendioxid-Konzentration unter 1000 ppm“, beschreibt Volker Stöckel. Springt die Ampel auf Orange um – zwischen 1000 und 2000 ppm Kohlendioxid – sollte nach Möglichkeit Frischluft zugeführt werden. „Ab 2000 ppm ist die Ampel rot und das Lüften ist unbedingt erforderlich“, erklärt Stöckel. Ab 3000 ppm – begleitet wird ein solcher Messwert von einer rot blinkenden Ampel – „ist viel zu viel Kohlendioxid im Raum und man sollte ihn unbedingt verlassen“. So weit solle es natürlich nicht kommen.

Insgesamt hat die Stadt Werdohl 250 Messgeräte angeschafft. „Zum Preis von jeweils etwa 100 Euro“, sagt Reinhardt Haarmann, Leiter der Abteilung, Schule, Kultur, Sport und Service. Finanziert worden seien die Ampeln vollständig aus Landes-Fördermitteln. „Alle Werdohler Grundschulen, die weiterführenden Schulen und alle Kindertagesstätten, und zwar nicht nur die städtischen, werden mit Ampeln ausgestattet“, erklärt Haarmann weiter. Außerdem würden alle Werdohler Jugendeinrichtungen mit den Messgeräten versorgt. Inzwischen sei der größte Teil der Ampeln bereits geliefert worden, Anfang des kommenden Jahres werde noch die Restlieferung erwartet. Die Geräte sollen innerhalb der Einrichtungen flexibel eingesetzt werden – und so in sämtlichen Gemeinschaftsräumen, auch in den Offenen Ganztagsschulen sowie in Turnhallen – zum Einsatz kommen.

Um auf den Landesfördertopf zurückgreifen zu können, mussten bestimmte Kriterien beim Kauf der Geräte berücksichtigt werden: „Unter anderem war die Ampelform wichtig. Und, dass die Kalibrierung automatisch erfolgt“, erläutert Stöckel. Die Anschaffung wird laut Schulministerium finanziert, da Experten des Corona-Rates dies empfohlen hätten: Die Messgeräte könnten die Verantwortlichen bei der Wahl der richtigen Lüftungsintervalle unterstützen, schreibt das Ministerium. Schulleiterin Nina Manns hat beim Einsatz der Ampeln aber nicht nur mögliche Corona-Infektionen im Blick: „Wenn zu wenig Sauerstoff im Raum ist, lässt die Konzentration der Schüler deutlich nach. Auch deshalb ist es gut, wenn man genau weiß, wann man lüften sollte.“

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