Sechs Firmen sind interessiert

Millionenprojekt neue Lennebrücke: Arbeiten beginnen im Sommer

Die Lennebrücke ist marode und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Im Sommer sollen die Arbeiten starten.
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Die Lennebrücke ist marode und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Im Sommer sollen die Arbeiten starten.

Straßen.NRW ist bei den Arbeiten für den Neubau der Lennebrücke ein großes Stück weitergekommen. Sechs Firmen haben Angebote für den Bau der Behelfsbrücke abgegeben, der Zuschlag muss spätestens am 2. Juli erteilt werden.

Um mit Abriss und Neubau der eigentlichen Lennebrücke beginnen zu können, muss zunächst eine Behelfsbrücke her. Dabei handelt es sich um das Festbrückengerät SS 80, das beim Bund gelagert und ausgeliehen wird. Der Auftrag für den Behelfsbrückenbau beinhaltet die Herstellung der Fahrbahn von beiden Seiten und den Aufbau der stählernen Fachwerkkonstruktion.

Die Gesamtkosten ohne Steuern hat Straßen.NRW auf 2,65 Millionen Euro geschätzt und gerechnet. Die Brücke dürfte also mehr als drei Millionen Euro kosten. Die Ausschreibung der Arbeiten war am 2. April veröffentlicht worden. Die Angebotseröffnung fand am 4. Mai um 10.30 Uhr statt. Nach Auskunft von Julia Ollertz von Straßen.NRW hatten sich sechs Unternehmen an der Ausschreibung beteiligt. Die eingegangenen Angebote werden nun auf Vollständigkeit geprüft, nachgerechnet und eventuell werden noch ausstehende Bescheinigungen und Angaben angefordert.

Vergabephase dauert 60 Tage

Ollertz: „Für die Vergabephase stehen uns jetzt 60 Tage zur Verfügung, so lange ist die Angebotsbindefrist der Bieter.“ Diese Frist läuft am 3. Juli ab. Der späteste Termin zur Zuschlagserteilung ist Freitag, der 2. Juli 2021.

So ähnlich wird die Behelfsbrücke über die Lenne vom Ufer aufs Widerlager geschoben: Dieser abgebildete Brückenträger einer Fachwerkstahlbrücke wurde an der Baustelle einer Ersatzbrücke der A57 bei Dormagen über die Lücke geschoben.

So geht es laut Ollertz weiter: Der Auftragnehmer wird mit der Zuschlagserteilung aufgefordert, innerhalb von zwölf Werktagen mit der Ausführung zu beginnen. Dazu gehören auch Arbeitsvorbereitung und das Erstellen der Ausführungsunterlagen. Bis zum tatsächlichen Beginn der Arbeiten vor Ort vergeht in der Regel noch etwas Zeit. Bis zu den ersten sichtbaren Bauarbeiten kann es August werden.

Straßen.NRW liegt im Zeitplan

Damit liegt die Straßenbaubehörde genau im selbst vorgegebenen Zeitplan. Für die Errichtung der Behelfsbrücke hat der Bieter laut Ausschreibung zehn Monate Zeit. Zu leisten sind Abbrucharbeiten, Baureifmachung und Abräumung mit Aushub- und Erdbewegungsarbeiten, die Baustelleneinrichtung und die Straßenbauarbeiten. Die Montage und Errichtung der SS-80-Brücke dürfte einiges an Erfahrung von den beteiligten Firmen verlangen. Diese fertigen Brückenbauelemente werden überall in Deutschland über Autobahnen, Flüsse oder Täler geschoben, um als zeitweiligen Ersatz für Neubauten zu dienen.

Stählernes Fachwerk aus Standard-Elementen

Das Festbrückengerät SS 80, dessen stählernes Fachwerk aus standardisierten Bauelementen besteht und mit Schraubverbindungen zusammengesetzt wird, eignet sich besonders für den Freivorbau auf systemeigenen Rollenbatterien. Die maximale Spannweite beträgt 80,5 Meter. Aufgrund der hydraulischen Antriebstechnik kann das Gerät bei Vorrollmontagen mit Vorbauschnabel gleichmäßig und ruckfrei über den unterführten fließenden Verkehr verfahren werden.

Die tonnenschweren Teile werden einzeln angeliefert, an Ort und Stelle mit riesigen Bolzen zusammengeschraubt und Stück für Stück vom Ufer aus über die Lenne geschoben. Dazu ist die Behelfsbrücke schon vorab so konzipiert worden. Die Baufirma muss auch Rohrleitungen, Fernmelde- und Stromleitungen verlegen. In der Ausschreibung ist auch die Rede von der Herstellung einer bauzeitlichen Umfahrung für Autos und Fußgänger sowie die Herstellung einer Stützwand zum hangseitigen Fußweg Richtung Ütterlingsen. Die Ersatzbrücke wird bekanntlich auf der Seite der Lennebrücke errichtet, die über das Gelände von Pumpen Brinkmann führt. Ende 2021 wird die Ersatzbrücke stehen, dann kann mit dem Zersägen der Lennebrücke begonnen werden.

Entwurf liegt beim Bundesverkehrsministerium

Gleichzeitig wurde an den Plänen für den Neubau gearbeitet. Der Entwurf ist beim Bundesverkehrsministerium im ersten Quartal 2021 eingereicht worden; der Rücklauf der Genehmigung wird erwartet für Anfang drittes Quartal 2021, anschließend werden die Kosten in den Haushalt für 2022 eingestellt.

So soll die Behelfsbrücke für die spätere Erneuerung der Lennebrücke aussehen. Die Arbeiten für Aufbau und Anrampung der Eisenelemente werden in diesen Wochen vergeben. Im frühen Sommer wird mit damit begonnen.

Die Erstellung der Vergabeunterlagen und Veröffentlichung ist für Mitte August 2021 geplant, die Auftragsvergabe soll bis Jahresende 2021 erledigt sein. Der Baubeginn ist für April 2022 vorgesehen; die Fertigstellung für Sommer/Herbst 2024. Der Neubau soll mindestens sechs Millionen Euro kosten.

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