Millionen für Ütterlingsen: Stadtteil wird immer schöner

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Von der Berliner Straße aus gesehen wirkt die Treppenkonstruktion imposant. Eine Betonspundwand würde hier niemandem gefallen, deshalb hat sich die Wohnungsgesellschaft für den Einbau von Gabionen – das sind Steine in Drahtgeflechtkörben – entschieden.

Werdohl - Frei- und Erholungsfläche – so bezeichnet die Wohnungsgesellschaft Werdohl ihr neuestes Großprojekt in Ütterlingsen. Was da allerdings für rund 300 000 Euro zwischen Berliner Straße und Leipziger Straße entsteht, hat mehr als diesen nüchternen Begriff verdient. Dabei ist diese an das Gelände angepasste Freitreppenanlage mitsamt einer Aussichtsplattform nur ein Teil der allumfassenden Aufwertung des Stadtteils. In den vergangenen zehn Jahren hat die Woge rund 13 Millionen Euro eigene Mittel investiert. Woge-Chef Wöste: „Und es geht immer weiter.“

Begonnen hatte diese Maßnahme schon vor einem Jahr. Damals ließ die Wohnungsgesellschaft mit Unterstützung von Landesmitteln die Häuser Berliner Straße 22 und 24 und Leipziger Straße 9 und 11 abreißen. 100 000 Euro kostete der Abriss der Häuser, für 300 000 Euro lässt die Woge jetzt die entstandene Freifläche – in Wirklichkeit ist das ein eher steiler Hang – aufwändig umgestalten. Von den insgesamt 400 000 Euro finanziert die Woge 180 000 Euro aus eigenen Mitteln, 120 000 Euro kommen vom Land in Form des Projektes Stadtumbau West. Wöste nutzt die Gelegenheit, noch einmal den hohen Eigenanteil seines Unternehmens an der gesamten Investition in den Bestand zu benennen. Von den 13 Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren in Ütterlingsen investiert wurden, stammen gerade einmal 380 000 Euro aus Stadtumbaumitteln.

Mit der Gestaltung der Außenanlage wurde das Neuenrader Unternehmen Ossenberg beauftragt, der gärtnerische Auftrag ging an Garten- und Landschaftsbau Wilmes in Werdohl. Beide hatten sich zusammen um den Auftrag beworben. Der Gestaltungsentwurf stammt von dem Altenaer Architekten Melchior Ossenberg-Engels.

Ursprünglich war oben an der Leipziger Straße sozusagen als Krönung ein Aussichtsturm aus Holz mit Stahlwendeltreppe geplant. Diese Idee ist aber schon länger wieder verworfen worden. Die Aussicht von dort oben ist auch so schon sehr gut, und auf einen Turm hätten immer nur wenige Leute gleichzeitig gepasst. So ist jetzt ein Rundplatz angelegt, der gleichzeitig als Aussichtsplattform dient.

Von Gabionen eingefasste und mit Edelstahlgeländern versehene Treppen führen durch das ganze Freigelände. Mit eingeschlossen ist die so genannte kleine Berliner Straße, ein Abzweig der Berliner Straße. Dieses Straßenstück quert die neue Anlage, die Fahrbahnoberfläche ist aufgenommen. Ob dieser Straßenteil Privatstraße oder öffentlich gewidmet ist, scheint nicht genau geklärt. Jedenfalls werden etwa 100 Meter der Straße von der Woge komplett wiederhergestellt. Wöste: „Wir bezahlen das alles.“ Die momentane Verkehrsführung als Einbahnstraße werde zukünftig aufgehoben, es kommen auch ein paar Stellplätze hinzu. Noch vor dem Winter wird der Hang neben den Treppen bepflanzt.

Eine Art Einweihungsparty wird es nicht geben. Wöste: „Wir machen ja weiter. Wir überlegen gerade gemeinsam, wie wir die Anlage optisch und praktisch in die Leipziger und die Berliner Straße integrieren.“ Es soll noch ein Querriegel in der Anlage entstehen, damit Fußgänger das Gelände kreuzen können. Störendes Gestrüpp werde gerodet. Später sollen auch die Häuser mit farblichen und gestalterischen Konzepten an die modern wirkende Freitreppenanlage angepasst werden.

Von Volker Heyn

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