Wohnungsgesellschaft investiert

Für 2,3 Millionen Euro: Dieser Stadtteil wird 2020 in Werdohl saniert

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Der Wohnblock Leipziger Straße 20/22 in Ütterlingsen wird abgerissen: Woge-Prokurist Markus Zanger (rechts) und Geschäftsführer Ingo Wöste wollen damit die Wohnqualität der anderen Häuser verbessern, in dem dort Parkplätze eingerichtet werden.

Werdohl – Weil die Neuvermietungsquote der Wohnungsgesellschaft aufgrund der schrumpfenden Einwohnerzahl ins Stocken geraten ist, investiert die Woge massiv in Wohnqualität.

Auf einen Schlag werden im kommenden Jahr alle 84 noch nicht sanierten Wohnungen in Pungelscheid auf den neuesten Stand gebracht. In 2020 will die Wohnungsgesellschaft insgesamt 3,5 Millionen Euro investieren. Damit werden die Mittel für Sanierungen im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Geschäftsführer Ingo Wöste reagiert damit auf die Vermietungssituation: „Der Markt hat kein Erbarmen mit uns. Wir müssen jetzt reagieren, wo wir Kraft haben.“ 

Auf einen Schlag sozusagen sollen die zwölf noch nicht sanierten Häuser Osemundstraße 14, 16, 18, 20, 22, 24 und 26; Selscheider Weg 8, 10, 12 und 14 sowie Iserschmittstraße 2 in allen Belangen modernisiert werden. Mit Dachsanierung, Wärmedämmung, Fenstererneuerung, Zählerelektroschrankerneuerung, Wasseruhreneinbau, teilweise neuen Eingangsbrücken und Verschönerungen des Umfelds soll sofort im Januar begonnen werden. Restarbeiten werden sich ins Jahr 2021 hinziehen. Insgesamt sollen in Pungelscheid knapp 2,3 Millionen Euro verbaut werden. Im vergangenen Jahr hatte die Woge dort eine Million Euro investiert. 

Miete steigt über 5-Euro-Grenze

Die Miete erhöht sich durch die Modernisierungsmaßnahmen auf 5,20 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt die Woge knapp über der bislang selbst angegebenen 5-Euro-Grenze. Im Höchstfall zahle der Bestandsmieter 80 Euro mehr im Monat, übliche Mieten lägen dort bei 4,40 bis 4,80 Euro, die günstigste Miete betrage 3,80 Euro. 

Zanger und Wöste vor den bereits sanierten Häusern an der Meilerstraße. So schön soll bald der gesamte Bestand der Woge in Pungelscheid werden.

Alle Mieter seien bereits informiert worden. Markus Zanger fügt an: „Niemand hat bislang seine Wohnung nach der Sanierung gekündigt.“ Aus bisherigen Gesprächen weiß er: „Die Leute sind richtig froh, dass wir in den Wohnungen etwas machen.“ Probleme, Handwerker für die Großaufträge zu finden, habe die Woge nicht. Wöste berichtet aus der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsgesellschaften im Märkischen Kreis: „Wir können nicht bestätigen, dass die Preise für Handwerker steil durch die Decke gehen.“ In Gegenden mit Wohnungsnot sei das wohl so, aber nicht in Städten wie Werdohl. 

Wöste: "Wir müssen reagieren"

Trotz allen Strahlens gibt es auch ein paar ernste Züge im Gesicht von Ingo Wöste: „Wir müssen reagieren, sonst sind wir dem Markt ausgeliefert. Es wird nicht leichter, es weht eine steife Brise.“ 

Deshalb setze die Woge noch mehr als bisher auf Wohnqualität: „Wir wollen vernünftige Mieter, die wollen vernünftige Wohnungen.“ Wöste meint, dass die Woge auch in den kommenden Jahren extrem viel investieren müsse, um für Mieter in der Zukunft attraktiv zu sein. 

Ein Wohnblock wird abgerissen

Dass sich unattraktive Wohnungen nur noch schlecht vermarkten lassen, spürt die Woge. Den Wohnblock Leipziger Straße 20/22 lässt sie deshalb bald abreißen. Acht der 17 Wohnungen stehen leer. Eine Leerstandsquote von hier 34 Prozent sei nicht durch Sanierungen aufzuholen. Gerade die Lage an der Leipziger Straße ist problematisch. Einige der Wohnungen von zum Abriss freigegebenen Haus haben nur Fenster zum Hang. Wöste: „Ich wollte da auch nicht wohnen.“ 

Der Abriss des Wohnblocks im Frühjahr kostet inklusive Abschreibung rund 150 000 Euro. Auf der Freifläche werden dringend benötigte Parkplätze eingerichtet. Die Mieter sind informiert und bekommen neue Wohnungen angeboten.

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