1,2 Millionen Euro beim Personal einsparen

Fachbereichsleiter Michael Grabs.

WERDOHL ▪ Als „sehr ambitioniert“ bezeichnet Fachbereichsleiter Michael Grabs das städtische Personaleinsparkonzept. Ziel dieses 13-seitigen Papieres ist es, bis zum Jahre 2021 insgesamt 1,2 Millionen Euro einzusparen.

Die Mitarbeiterzahl im Rathaus soll in den kommenden Jahren um rund 18 Prozent – von derzeit 174 auf 143 Stellen – reduziert werden. Das Personaleinsparkonzept ist Teil des Haushaltssanierungsplanes (wir berichteten), über den die Mitglieder des Werdohler Rates am kommenden Montag (17 Uhr, Sitzungssaal) endgültig abstimmen werden.

Mit dem Konzept reagiere die Stadt nicht nur auf den Sparzwang, sondern auch auf den prognostizierten Bevölkerungsrückgang in der Stadt an der Lenne, erklärte Fachbereichsleiter Michael Grabs. Bei geringerer Einwohnerzahl falle auch weniger Arbeit in der Verwaltung an.

Das Papier sieht einerseits vor, dass in den kommenden Jahren Aufgaben wegfallen oder innerhalb des Rathauses umverteilt werden. Andererseits scheiden bis zum Jahre 2021 insgesamt 43 Beschäftigte aus dem aktiven Dienst aus, weil sie in den Ruhestand oder die Freistellungsphase der Altersteilzeit gehen.

Zudem enthält die Auflistung auch Angaben zu den Stellen, die in den kommenden Jahren zwar frei werden, „aufgrund der Notwendigkeit der Aufgabenerfüllung aber wiederbesetzt werden“. Der Stadtbrandinspektor geht beispielsweise im Januar 2017 in den Ruhestand. Weil die Stelle des Leiters der Feuerwehr gesetzlich vorgeschrieben ist, muss diese nachbesetzt werden.

„Die Standards werden in den kommenden Jahren in vielen Bereichen sinken“, prognostiziert Grabs. So gehen die Hausmeister der katholischen Grundschule und der Hauptschule im Mai des kommenden Jahres in den Ruhestand beziehungsweise die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Ihre Stellen sollen – so sieht es das Konzept vor – durch einen Mitarbeiter des Baubetriebshofes intern nachbesetzt werden. Der dadurch freiwerdende Posten beim Baubetriebshof werde eingespart. „Die Aufgabenerledigung (...) wird durch den Abbau von Standards, Aufgabenumverteilung oder die Nutzung frei werdender Kapazitäten aufgefangen“, heißt es.

Die Stelle von Rainer Gumz, Leiter der Abteilung Schule, Kultur und Sport, wird nach dem Konzept nicht neu besetzt. Wenn er im Dezember 2013 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit geht, werden seine Aufgaben auf andere Mitarbeiter umverteilt. Nach dem weitgehenden Abschluss des Projektes „Stadtumbau West“ soll zudem die Stelle des Stadtplaners ab Januar 2015 auf die Hälfte der Arbeitszeit reduziert werden. Die Stelle von Fachbereichsleiter Bernd Mitschke – er geht im Sommer 2018 in den Ruhestand – soll verwaltungsintern nachbesetzt werden. Auch hier wird auf den Abbau von Standards und die Umverteilung von Aufgaben verwiesen.

„Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen. Problematisch wird es wohl erst, wenn die Aufgaben umverteilt werden, weil dann Mehrarbeit auf alle zukommt“, sagte Personalratsvorsitzende Gudrun Siebert. - Ute Heinze

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