Fast zwei Drittel

Migrantenquote an Schulen: Stadt im MK landesweit auf Platz drei

Der Anteil der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte ist in Werdohl besonders hoch, in Balve eher gering.
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Der Anteil der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte ist in Werdohl besonders hoch, in Balve eher gering.

Fast zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler an Werdohler Schulen (62,5 Prozent) hatten im abgelaufenen Schuljahr eine Zuwanderungsgeschichte.

Das geht aus Zahlen hervor, die der Landesbetrieb IT.NRW als Statistisches Landesamt vorgelegt hat. Höher ist der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund in keiner anderen Kommune im Märkischen Kreis. In ganz NRW haben nur Wesseling südlich von Köln (63,3 Prozent) und Augustdorf im Kreis Lippe (78,2 Prozent) einen höheren Migrantenanteil unter den Schülern.

Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Schulstatistik Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind und/oder Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder deren Verkehrssprache in der Familie nicht Deutsch ist.

Anteil auf konstant hohem Niveau

IT.NRW hat Zahlen für die vergangenen vier Schuljahre vorgelegt. Daraus wird ersichtlich, dass der Migrantenanteil unter den Werdohler Grundschülern sehr konstant ist: Er lag zwischen 62,6 Prozent (2017/18) und 63,3 Prozent (2020/21). Ein „Außreißer“ war das Schuljahr 2018/19, als der Anteil der Grundschüler mit Migrationshintergrund auf 49,8 Prozent sank.

An der Werdohler Realschule lag der Migrantenanteil unter den Schüler zunächst bei knapp 60 Prozent, eher er dann 2019/20 zunächst leicht auf 64,2 Prozent anstieg und ein Jahr später wieder auf 63,5 Prozent sank.

Gesamtschule: Kontinuierlicher Anstieg

Einen kontinuierlichen Anstieg verzeichnete in den vergangenen vier Jahren die Albert-Einstein-Gesamtschule: Von 40,1 Prozent im Schuljahr 2017/18 über 52,2 Prozent ein Jahr darauf auf nunmehr 60,9 Prozent.

In Neuenrade ist der Anteil der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte insgesamt geringer. Er betrug im Schuljahr 2020/21 über alle Schulformen hinweg 38 Prozent, war in den vergangenen Jahren allerdings Schwankungen unterworfen. 2017/18 lag der Anteil beispielsweise bei 25,7 Prozent und ein Jahr später bei 42,9 Prozent. An den Grundschulen lag der Migrantenanteil zunächst relativ konstant bei rund 42 Prozent, ehe er im Schuljahr 2020/21 auf 34,3 Prozent sank.

Hönnequell-Schule: Auffällige Entwicklung

Auffällig ist in Neuenrade die Entwicklung an der Hönnequell-Schule (HQS): 2017/18 lag der Migrantenanteil dort noch bei mageren 8,9 Prozent, ehe er im folgenden Schuljahr auf 44,1 Prozent in die Höhe schnellte. Seitdem liegt er auf diesem Niveau, sank 2020/21 noch einmal leicht auf 38 Prozent ab.

Die Freie Waldorfschule Neuenrade taucht als zwar staatlich anerkannte und genehmigte, aber in freier Trägerschaft geführte Ersatzschule in der Statistik nicht auf.

Balve: Niedriger Migrantenanteil

Balve hat mit 9,9 Prozent einen ingesamt niedrigen Migrantenanteil unter den Schülern. Am höchsten ist der Anteil von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte an der Hauptschule, wo er seit 2017/18 (13,9 Prozent) bis 2020/21 (25,6 Prozent) auch kontinuierlich gestiegen ist. An der Balver Hauptschule beginnt in dieser Woche das letzte Schuljahr, danach läuft die Schule aus.

Der Migrantenanteil an den Balver Grundschulen betrug im Schuljahr 2020/21 11,3 Prozent und war damit exakt so groß wie vor vier Jahren. Zwischendurch war der Anteil auf 19 (2018/19) beziehungsweise 17,9 Prozent (2019/20) gestiegen.

Deutlicher Anstieg an der Realschule

An der Realschule in Balve steigt der Anteil der Migranten unter den Schülern deutlich an: Im Schuljahr 2018/19 lag er noch bei 3,6 Prozent, danach ging er über 5,8 auf 7,3 Prozent hoch. Zuletzt meldete IT.NRW für die mit 420 Schülern größte Balver Schule einen Migrantenanteil von 7,2 Prozent.

Landesweit: Niederkrüchten mit der niedrigsten Quote

Am niedrigsten lagen Migrantenquoten landesweit übrigens in Niederkrüchten im Kreis Viersen (4,4 Prozent) und Borgentreich im Kreis Höxter (5,4 Prozent). Unterschiede gab es auch zwischen den Schulformen: An Hauptschulen war die Quote landesweit mit 62,5 Prozent am höchsten. An Realschulen lag sie bei 50,2 Prozent, an Gesamtschulen bei 45,8 Prozent und an Grundschulen bei 44,9 Prozent. An den Gymnasien lag der Anteil bei 32,1 Prozent.

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