St. Michael: Pontifikalamt zum Jubiläum

WERDOHL ▪ Mit dem feierlichen Pontifikalamt haben die Festlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Gemeinden St. Michael und St. Mariä Heimsuchung gestern ihren Höhepunkt erreicht.

Wegen einer anderen Jubiläumsfeier am Morgen ein wenig verspätet zog Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck um kurz nach 15 Uhr in die festlich geschmückte Kirche ein. Begleitet wurde er von zahlreichen Fahnenträgern, erwartet von den gespannten Gemeindemitgliedern und Gästen.

Der Altarraum bot ihnen ein beeindruckendes Bild. Kirchenchor und Streichorchester hatten dort ihren Platz gefunden. Die von ihnen vorgetragene Pastoralmesse von Ignaz Reimann gab der Eucharistiefeier einen würdigen Rahmen. Im Anschluss gab es viele Lobes- und Dankesworte für die Sängerinnen und Sänger. Besonders eindrucksvoll empfanden die Besucher den Solopart von Sopranistin Christina Troue, die in Köln Gesang studiert.

In seiner Predigt ging Bischof Overbeck auf das kirchliche Leben in Neuenrade und Werdohl ein, das vor 150 Jahren begann. „Man erinnert sich nicht nur. Es hat auch Bedeutung für unser Leben und für das kommende Leben“, wollte er jedoch nicht in der Vergangenheit stehen bleiben: „Wir feiern immer wieder die lebendige Präsenz Jesu.“ Wichtig seien die Begegnungen: „Wenn Menschen sich begegnen, bleibt etwas in Erinnerung.“ Das sei auch bei Jesus so, aber da sei mehr. Die Eucharistie, die Feier der heiligen Messe, beinhalte etwas Doppeltes. Die Mahlfeier sei eine echte Form der Gemeinschaft. Das habe etwas mit dem gemeinsamen Tisch zu tun. Eucharistie erinnere aber auch an Opfer: „Wir feiern die Lebenshingabe Jesu. Er ist stellvertretend für uns den Weg zu Gott gegangen.“

Overbeck griff das Gleichnis vom Sämann auf, das zuvor verlesen worden war. Wo und bei wem der Samen, das Wort Gottes, auf fruchtbaren Boden falle, wisse man nicht. Die Voraussetzungen dafür seien von Gott gegeben. „Wir können nur hoffen, dass das Wort aufgeht“, meinte der Bischof auch mit Blick auf die Veränderungen in der Kirche und im Bistum, deren Schnelligkeit eher noch zunehmen werde. Das Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium zeige jedoch, dass es auch schon in den Anfangszeiten des Christseins die Erfahrung gab, dass das Wort bei manchen Frucht bringt, bei anderen nicht. Das gebe Hoffnung: „Wir sollen säen, aber das Ernten haben wir nicht in der Hand.“ Kirche sei überall da, wo Eucharistie und Gottes Wort eine Gemeinschaft schaffen.

So wie in den beiden Gemeinden St. Michael und St. Mariä Heimsuchung. Zwei der engagierten Gemeinschaftsmitglieder wurden während des Pontifikalamtes besonders herausgehoben. Ein großer Dank ging an Martin Rützler, der drei Taufbücher mit den Namen aller Täuflinge der 150-jährigen Geschichte erstellt hat. Die des 10. Juli wurden gestern verlesen. Eine von ihnen, Hildegard Rützler, getauft am 10. Juli 1925, war auch anwesend.

Einen in Kirchen eher ungewöhnlichen Beifallssturm gab es dann für Andreas Hupperich. Bischof Overbeck zeichnete ihn mit dem Ehrenzeichen des Bistums aus und würdigte damit das große Engagement des Neuenraders für die Kirchengemeinde.

Die Begegnungen zwischen den Menschen standen im Anschluss an die, so Bischof Overbeck, zu Herzen gehende Messe im Kirchgarten im Mittelpunkt. Beim Empfang in lockerer Atmosphäre suchte der Bischof das Gespräch mit den Gemeindemitgliedern aus Werdohl und Neuenrade. Für sie sind die Festlichkeiten mit dem Tag gestern noch nicht beendet.

Am kommenden Wochenende steht das Gemeindefest auf dem Programm, das am Samstag und Sonntag rund um die Kirche St. Michael gefeiert wird. Mit einem Gottesdienst in der Schule und der Segnung der Fahrzeuge steht es zum Teil im Zeichen des bevorstehenden Ferienbeginns. Bevor alle ihre Koffer gepackt haben, kann jedoch noch einmal mit einem abwechslungsreichen Programm gefeiert werden – in guter Gemeinschaft. ▪ Hildegard Goor-Schotten

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