120 Meter alte Dokumente kehren zurück nach Werdohl

Das Stadtarchiv soll in das Untergeschoss des Werdohler Bahnhofs ziehen. ▪

WERDOHL ▪ Die Luftfeuchtigkeit stimmt, das haben die Messungen ergeben. Auch der Arbeitskreis Bahnhofsumbau hat im November vergangenen Jahres schon grünes Licht gegeben, dass das Stadtarchiv in den Bahnhof ziehen soll. Wann genau, wird zwar erst der Fortschritt der Arbeiten ergeben

. Klar ist aber: Es gilt, insgesamt 120 laufende Meter an alten Dokumenten von der Kreisbehörde in die Nachbarstadt Werdohl zu transportieren. Ein langes Stück Geschichte wird damit nach zwei Jahrzehnten wieder zurückkehren.

Anlass dafür ist nicht nur ein frisch hergerichteter Bahnhof, sondern vielmehr der Märkische Kreis, der mit einem Brief im vergangenen Jahr aus „sachlichen und personellen Gründen“ den Depositalvertrag gekündigt hat – eine detaillierte Begründung habe es nicht gegeben, so die Kultur-Fachbereichsmitarbeiterin Reinhild Wüllner-Leisen. Mit dem Vertrag geregelt war, dass der Kreis die Archivierung von alten Ratsprotokollen, Unterlagen über die Eisenbahn und weiterem Historischem übernimmt. Doch dieser Vertrag ist zum 8. Mai dieses Jahres gekündigt.

Dass bis dahin der Bahnhof natürlich nicht in neuem Glanz erstrahlt, ist im Rathaus eingeplant. Doch Wüllner-Leisen und ihre Kollegen müssen nur für einen kleinen Teil der Dokumente Platz machen. „Nur die Personenstandsunterlagen aus dem Standesamt kommen sofort zurück ins Rathaus.“ Die restlichen Archivdokumente wird der Kreis vorerst weiter lagern, bis eben der Bahnhof hergerichtet ist.

Für die Stadt ist die Kündigung des Depositalvertrages mit neuen Kosten verbunden. Der Kreis hatte die Dienstleistung seit Beginn kostenlos übernommen, nur eine einmalige Gebühr fiel an, weiß Wüllner-Leisen. Da Werdohl finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, sucht Bürgermeister Griebsch nun nach einer günstigen Lösung. In der jüngsten Ratssitzung stellte er eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Pflichtaufgabe Stadtarchiv in Aussicht, womit Kosten für den Archivar gesenkt werden könnten.

Mit dem Umzug rücke das Archiv mehr in den Blick, schätzt Wüllner-Leisen: „Wenn wir das vor Ort haben, werden es wahrscheinlich mehr nutzen.“ Der Arbeitskreis Bahnhofsumbau setzt bekanntlich ebenso darauf. Hier wird auch geklärt, wie ein Raum als Schnittstelle zwischen Archiv und Museum bereit gestellt wird. ▪ mcf

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