VDM will Platz am Weltmarkt untermauern

Erster Spatenstich zum Bau der neuen VDM-Blankglühe

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Der symbolische erste Spatenstich für die neue VDM-Halle (von links): Ex-VDM-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Wahlers, Betriebsrat Ralf Fenner, Bürgermeisterin Silvia Voßloh, VDM-Geschäftsführer Dr. Niclas Müller und VDM-Prokuristen Hansjörg Rau und Olaf Kazmierski.

Werdohl - „Wir sind froh, dass wir diese Investition hier in Werdohl realisieren können“, sagte am Montagmittag Olaf Kazmierski, Fertigungsleiter bei VDM Metals, anlässlich des symbolischen ersten Spatenstichs zum Bau der neuen Blankglühanlage. Mit der Investition von rund 21 Millionen Euro will das Unternehmen seinen Platz am Weltmarkt untermauern.

Als Geschäftsführer und Abteilungsleiter von VDM zusammen mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh den Spaten ins Erdreich drückten, hatten die eigentlichen Bauarbeiten längst begonnen. Das beauftragte Tiefbauunternehmen aus Menden hatte bereits Fundamente gegossen und Pfahlgründungen für die 73 Meter lange, 14 Meter und bis zu 50 Meter hohe Halle vorgenommen.

Bis Ende März/Anfang April solle das komplette Gebäude mit seiner metallisch-blau glänzenden Fassade stehen, danach werde mit der Montage der Ofenanlage begonnen, erklärte Hansjörg Rau, Leiter der Zentralen Instandhaltung und Technik bei VDM. „Das ist ein anspruchsvoller Zeitplan, aber bisher haben wir alle zeitlichen Meilensteine erreicht.“

„Nicht von der Stange"

Die Glühanlage selbst liefert der österreichische Hersteller Ebner, der weltweit als Spezialist für Wärmebehandlungsanlagen bekannt ist. Allerdings komme sie „nicht von der Stange“, vielmehr fließe in den Bau der Vertikal-Blankglühlinie, mit der kaltgewalzte Chrom-Nickel- beziehungsweise Nickel-legierte Stahlbänder behandelt werden können, Produktions-Knowhow von VDM mit ein, sagte Fertigungsleiter Kazmierski.

Außerdem stelle VDM das Material für die Ofenhülle zur Verfügung: hochtemperaturbeständigen Nickelwerkstoff. Immerhin erreicht der Ofen, in dem unter Wasserstoffatmosphäre auch Sondergüten verarbeitet werden können, Temperaturen bis 1230 Grad Celsius. Die hohen Temperaturen verändern das Gefüge in der Struktur des Metalls, was die späteren mechanischen Eigenschaften beeinflusst. So entstehen beispielsweise extrem korrosions- und hitzbestände Folien zum Auskleiden von Chemikalienbehältern oder für den Einsatz in Katalysatoren.

Die Gründungsarbeiten für die neue Halle sind bereits in vollem Gange. Bis zum Frühjahr soll das Gebäude stehen.

Platz finden in der neuen Halle, die parallel zur Vorthbrücke gebaut wird, auch zwei Schlingenspeicher, die dafür sorgen, dass das zu verarbeitende Metallband ohne Unterbrechung geglüht werden kann. Durch die Investition schafft VDM laut Kazmierski 25 neue Arbeitsplätze, darin sind die der Mitarbeiter, die VDM selbst ausbildet, um sie anschließend weiter zu beschäftigen, noch nicht enthalten.

Vorthbrücke halbseitig gesperrt

Die neue Blankglühanlage, die übrigens ein 40 Jahre altes Vorgängermodell ersetzt und die Kapazität im Werdohler Werk um 30 Prozent erhöhen soll, könne voraussichtlich zum Ende des Jahres 2018 in Betrieb gehen, glaubt Prokurist Hansjörg Rau. Nach einer Einarbeitungsphase könne sie dann ab Januar/Februar 2019 unter voller Last produzieren.

Während der Bauphase ist eine Fahrspur der Straße An der Vorthbrücke gesperrt. Weil die Baufahrzeuge Platz brauchen, musste nämlich die Böschung teilweise abgetragen werden, so dass nun die Gefahr besteht, dass durch den LKW-Verkehr auf der Straße Erdreich nachrutscht. Die Böschung werde aber anschließend mit L-Steinen abgefangen, erklärte Kazmierski, dass dies kein Dauerzustand sein werde.

Nicht nur in dieser Angelegenheit, sondern während des gesamten Genehmigungsverfahrens sei die Stadt Werdohl sehr kooperativ gewesen, betonte er. VDM beschäftigt in Werdohl rund 700 Mitarbeiter.

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