Deal mit spanischem Stahlkonzern

VDM Metals: EU-Kommission hat über Verkauf entschieden

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Der spanische Stahlunternehmen Acerinox hat bereits ein Werk in Deutschland in Langenfeld im Kreis Mettmann. Dort wehen die deutsche und die spanische Flagge. So könnte es vielleicht auch bald bei den VDM-Standorten in Werdohl und Altena aussehen.

Werdohl/Altena – Der bislang nur geplante Verkauf der VDM Metals Group an den spanischen Stahlkonzern Acerinox ist durch die EU-Kommission und durch nordamerikanische Behörden genehmigt worden.

Die Genehmigung durch taiwanesische Behörden steht noch aus, scheint aber nur eine Formsache zu sein. VDM-Sprecher Philipp Verbnik bestätigte, dass die „wichtigste Freigabe“ durch die europäische Wettbewerbsbehörde erteilt worden sei. 

Acerinox hatte als Aktiengesellschaft am Montag dieser Woche den Geschäftsbericht für 2019 vorgelegt. Dort wird der Zukauf von VDM den Aktionären vorgestellt. Das Werdohler Unternehmen ist demnach mit 532 Millionen Euro bewertet. Acerinox wird 310 Millionen Euro bezahlen und 57 Millionen Euro Fremdkapital aufnehmen. Die Differenz zum Unternehmenswert von 165 Millionen Euro sind Pensionsverpflichtungen. 

Pläne seit November bekannt

Der US-amerikanische Investor Lindsay Goldberg, in Deutschland vertreten durch Dr. Thomas Ludwig von Lindsay Goldberg Vogel (LGV), hatte im November vergangenen Jahres den geplanten Verkauf an die spanische Acerinox Aktiengesellschaft bekannt gegeben. 

LGV hatte die VDM Metals Group im August 2015 für einen nicht öffentlich genannten Preis von ThyssenKrupp gekauft, seitdem ist Dr. Thomas Ludwig Aufsichtsratsvorsitzender der VDM. 

Erster Deal war geplatzt

Im Frühjahr 2018 wurde bekannt, dass Lindsay Goldberg Vogel die VDM an den luxemburgischen Konzern Aperam verkaufen wollte. Damals gab es aber keine Zustimmung durch die Kartellrechtsbehörde bei der EU, beide Vertragspartner zogen sich daraufhin vom geplanten Verkauf zurück. 

Bernardo Velazquez Herreros von Acerinox in Madrid und Dr. Thomas Ludwig von Lindsay Goldberg Vogel aus Düsseldorf haben nicht nur per Handschlag die VDM Metals Group verkauft. Wenn bald die letzte Genehmigung vorliegt, muss der Kaufvertrag förmlich abgeschlossen werden.

Der jetzigen Transaktion mussten neben der EU auch nordamerikanische Behörden zustimmen, weil VDM sowie Acerinox Niederlassungen in den USA betreiben. Acerinox macht den größten Teil der Umsätze in Nordamerika. Auch in Taiwan machen VDM und Acerinox Geschäfte im Wettbewerb, deshalb ist auch hier eine Genehmigung nötig. 

Vertragsabschluss steht bevor

Wenn es auch aus Taiwan Zustimmung gibt, kommt es zum so genannten Closing, zum Vertragsabschluss. Bis dahin, so ist es im Acerinox-Geschäftsbericht vermerkt, bleiben Acerinox und VDM eigenständig. Das Wettbewerbsgesetz schreibt vor, dass beide Unternehmen keine strategischen Informationen austauschen dürfen. Nur über „juristische Kanäle“ werde miteinander kommuniziert, so Verbnik. 

Ob die VDM Metals Group auch nach dem Verkauf an die Spanier so oder so ähnlich heißen wird, ist nicht klar. Auf Nachfrage gab es weder vom örtlichen Betriebsrat noch vom Gesamtbetriebsrat in Unna eine Stellungnahme. Ein Ende 2015 mit LGV ausgehandelter Tarifvertrag lief Ende 2019 aus.

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