Messer-Zitat bei Facebook: FDP will Beisitzer Konitzer loswerden

Werdohl - Die FDP Werdohl möchte ihren ehemaligen zweiten Vorsitzenden und jetzigen Beisitzer im Vorstand loswerden. Christian Konitzer soll der Austritt nahe gelegt werden. Mit seiner Gesinnung und seiner Diskussionskultur sei er bei den Liberalen nicht richtig aufgehoben, sagte Parteivorsitzender Alexander Lilienbeck.

Konitzer hatte auf seiner Seite im Netzwerk Facebook ein Video des AfD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Markus Wagner mit dem Titel „Die EU hat die Kontrolle über ihre Außengrenzen verloren“ weiter verbreitet. Den Film, der Afrikaner als „entfesselten Bodensatz des schwarzen Kontinents“ bezeichnet, hatte Konitzer mit folgende Worten kommentiert: „Da hilft nur noch klatschen. Bravo Angela, und klatschen wenn ein Gutmensch gemessert wird.“ 

Video verbreitet und kommentiert

Konitzer hatte dieses Video bereits am 23. August verbreitet und kommentiert. Zu der Zeit hatte sich der SPD-Politiker Andreas Späinghaus aus Werdohl vor allem über das Messer-Zitat aufgeregt. Mehrfach hatte er Konitzer per Facebook gefragt, ob er das so meine oder was er dazu zu sagen hätte. Konitzer hat dieses Zitat bis heute weder gelöscht oder sinnvoll erklärt. 

Die Männer kennen sich persönlich. Späinghaus: „Das geht zu weit, so einen brauchen wir in unserer Stadt nicht.“ Konitzer verkaufe sich als „netten Typen“, so Späinghaus: „Aber ich halte ihn für brandgefährlich. Der meint das alles genau so, was er schreibt.“ Späinghaus, der auch Wahlkreismitarbeiter der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag ist, hatte von Konitzer rechtslastige Kommentare auf deren Facebook-Seite gelesen. Späinghaus lässt zwei Wochen nach der schriftlichen Auseinandersetzung mit Konitzer bei Facebook nicht locker: „Ich überlege ernsthaft, ob ich ihn anzeige. Solchen Tendenzen muss man vorbeugen.“ 

Christian Konitzer ist im Ortsvorstand der FDP Beisitzer und teilt öffentlich Ansichten der AfD. FDP-Vorsitzender Lilienbeck will ihn deshalb nicht mehr bei den Liberalen sehen. 

Konitzer äußerte sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht. Die Medien „seien schon zuviel gefüllt mit Populismus.“ Er werde zu der ganzen Sache nichts sagen. 

Klare Worte vom FDP-Vorsitzenden 

Alexander Lilienbeck ist erst seit kurzer Zeit im Amt und hatte sich von seinem Vorgänger Jürgen Neumann erzählen lassen, dass die Partei schon einmal mit Konitzer aneinandergeraten war. Wegen eines Fotos seines nackten Hinterteils und einer politisch zweideutigen Bemerkung war ihm nahegelegt worden, sich vom Posten des zweiten Vorsitzenden zurückzuziehen. 

Jeder habe eine zweite Chance verdient, so Lilienbeck. Die hat Konitzer in den Augen der Liberalen offensichtlich vertan. Lilienbeck: „Ich werde nicht verpassen ihm nahezulegen, dass er in der falschen Partei ist.“ Mit seinen Vorstandsmitgliedern habe er schon gesprochen, so Lilienbeck, ein Beschluss zu Konitzer sei aber „noch nicht“ gefasst. „Wir werden ihm aufzeigen, dass sein Verhalten nicht im Sinne der liberalen Partei in Werdohl ist“, so Lilienbeck. Über ein Ausschlussverfahren denke man allerdings nicht nach.

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