Mertens kritisiert Kosten für Radweg

Radwegebau ist teuer.

WERDOHL ▪ Beinahe sei ihm schwindelig geworden, als er in unserer Zeitung am 15. September den Bericht über den Radweg Lenneroute gelesen habe, sagte Willibald Mertens, Vorsitzender der WBG-Fraktion am Montag in seiner Haushaltsrede. Demnach sollen allein für den drei Kilometer langen Radwegabschnitt zwischen Dresel und Elverlingsen Kosten im zweistelligen Millionenbereich entstehen.

„Die Höhe der Kosten, auch wenn sie ausschließlich aus Fördertöpfen bestritten werden sollten, steht im krassen Missverhältnis zu den Sparbemühungen im Zusammenhang mit dem Stärkungspakt“, sagte Mertens. Auch wenn immer wieder auf die Fördertöpfe hingewiesen werde, seien es schlicht und einfach auch Steuergelder, die ausgegeben werden sollten. „Wie soll man Bürgerinnen und Bürgern das alles erklären?“, fragte Mertens in die Runde. Freude über diese Diskrepanz werde mit Sicherheit nicht aufkommen, so der Politiker weiter.

Bürgermeister Siegfried Griebsch machte deutlich, dass hier seiner Meinung nach Äpfel mit Birnen verglichen würden. Durch die Förderprogramme für die Projekte des Stadtumbaus West und der Lenneschiene sei eine Aufbruchstimmung in der Stadt entstanden. Sowohl der Stärkungspakt als auch die Projekte des Stadtumbaus würden gleichermaßen dazu beitragen, Werdohl langfristig wieder nach vorne zu bringen. „Wenn wir die Lenneschiene und damit auch den Radweg in Frage stellen, dann können wir auch die Projekte des Stadtumbaus in Frage stellen“, sagte der Bürgermeister während seines Statements, das er kurz vor der Abstimmung über den Haushalt und den Haushaltssanierungsplan hielt. Von den Förderprogrammen profitieren wir alle“, mahnte Griebsch.

Er ging er nochmals auf die verschiedenen Stationen auf dem Weg zur Stärkungspaktkommune ein. Zudem dankte er den Mitarbeitern im Werdohler Rathaus und thematisierte erneut, dass in den kommenden Jahren 18 Prozent des Personals in der Verwaltung eingespart würden (wir berichteten). Griebsch lobte die gute Zusammenarbeit mit den Fraktionen im Lenkungsausschuss und bedankte sich bei den Bürgern, die ebenfalls Sparvorschläge im Rahmen der Bürgerversammlung sowie per Mail oder telefonisch gemacht hätten.

Von Ute Heinze

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