Aufklärungsquote steigt

Mehr Wohnungseinbrüche in Werdohl

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Werdohl – Auch wenn im vergangenen Jahr durchschnittlich gut zwei Straftaten täglich in Werdohl verübt worden sind: Die Anzahl der Kriminalitätsfälle ist deutlich zurückgegangen.

Nur in einer Sparte ist sie gestiegen, und das sogar deutlich. Die Zahlen gehen aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die die Polizei in dieser Woche vorgelegt hat. 

Um insgesamt 776 Straftaten musste sich die Polizei im vergangenen Jahr in Werdohl kümmern. Das waren genau 100 (11,4 Prozent) weniger als im Jahr 2018. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen: Mit 64,1 Prozent konnten die Ordnungshüter in fast zwei Drittel der Fälle auch den oder die Täter ermitteln. Werdohl liegt damit hinter Herscheid (68,2 Prozent) und Plettenberg (64,5 Prozent) auf Platz drei im Kreis. Ein Jahr zuvor hatte die Aufklärungsquote mit 59,3 Prozent etwas niedriger gelegen. 

Viele Rauschgiftdelikte aufgeklärt

Besonders hoch war die Aufklärungsquote beispielsweise bei den 45 (2018: 67) Rauschgiftdelikten. Mit 97,8 Prozent kam die Polizei dabei fast immer dem Delinquenten auf die Schliche. Eine 100-prozentige Aufklärungsquote erreichte die Polizei bei Straftaten, die in Werdohl äußerst selten waren: Vergewaltigung (1), sexueller Missbrauch von Kindern (1) und Diebstahl von Kraftfahrzeugen (2) sind Beispiele dafür. Restlos aufklären konnte die Polizei auch die Fälle von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung. 24 Mal (2018: 33) hatte sie damit zu tun, alle wurden aufgeklärt. 

Ebenfalls gute Erfolge erzielte die Polizei bei der Aufklärung von Straftaten auf dem Gebiet der Gewaltkriminalität. In nur noch 27 und damit gegenüber dem Vorjahr 13 Fällen weniger musste sie 2019 ermitteln; dabei stieg die Aufklärungsquote von 92,5 auf 96,3 Prozent. In diese Deliktgruppe fiel übrigens auch die Bombendrohung am 30. Oktober gegen die Volksbank in Werdohl. Diesen Täter konnte die Polizei nicht ermitteln, das Verfahren wurde inzwischen eingestellt. Es war im vergangenen Jahr das einzige nicht aufgeklärte Gewaltdelikt in Werdohl. 

Straßenkriminalität und Sachbeschädigungen

Überschaubar war der Ermittlungserfolg der Polizei im vergangenen Jahr auch bei der Straßenkriminalität (137 Fälle, Aufklärungsquote 20,4 Prozent) und bei Sachbeschädigungen (109 Fälle, Aufklärungsquote: 22 Prozent). Und von den sechs Taschendiebstählen (2018: sieben) konnte die Polizei im Jahr 2019 nicht einen einzigen aufklären. Gleiches gilt für Computerkriminalität (zwei Fälle) und für die vier Diebstähle aus Kraftfahrzeugen. 

Mehr Arbeit als noch ein Jahr zuvor machten der Polizei im vergangenen Jahr auch die Wohnungseinbrüche. 19 dieser Delikte und damit sechs (+ 46,2 Prozent) mehr als im Jahr wurden angezeigt. Die Aufklärungsquote lag mit 15,8 Prozent hauchdünn über der des Jahres 2018 (15,4 Prozent). 

Mehr Straftaten gegen das Leben

Es gab allerdings auch Straftaten, die 2019 in Werdohl überhaupt nicht (mehr) verübt wurden. So gab es keine Straftaten gegen das Leben (2018: eine), und keine im Polizeijargon SÄM-ÜT-Delikte genannten Taten mehr. Unter diesem Begriff erfasst die Polizei Ermittlungsvorgänge, bei den Straftaten gegenüber älteren Menschen verübt werden, die regelmäßig durch überörtliche Täter begangen wurden. Das wurde 2019 in Werdohl überhaupt nicht mehr angezeigt. Im Jahr zuvor hatte es noch fünf solcher Fälle gegeben. 

Die Polizei weist darauf hin, dass die Aussagekraft der Statistik durch die Dunkelziffer eingeschränkt ist. „Die Zahlen bilden lediglich polizeilich bekannt gewordenen Straftaten ab“, heißt es von Seiten der Kreispolizeibehörde. Angaben zur Herkunft der 8863 ermittelten Tatverdächtigen macht die Polizei nur für das ganze Kreisgebiet. Demnach hatten 2367 Tatverdächtige (26,7 Prozent) keine deutsche Staatsangehörigkeit; davon hielten sich 51 unerlaubt im Märkischen Kreis auf, 364 waren Asylbewerber.

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