Mehr Unfälle mit Kindern

Präsentierten gestern die die Verkehrsunfallentwicklung für Werdohl und Neuenrade: Thomas Werner (l.) und Thomas Voit.

WERDOHL/NEUENRADE - 19 Jungen und Mädchen verunglückten im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen in Neuenrade und Werdohl. Dabei erlitten 15 Kinder leichte Verletzungen. Vier Kinder verletzten sich schwer. Zum Vergleich: 2011 verzeichneten die Beamten elf Unfälle, bei denen Kinder zu den Opfern gehörten.

„Viele Eltern schnallen ihre Kinder gar nicht oder nicht richtig an“, erklärte Werdohls Wachleiter Thomas Voit gestern im Rahmen eines Pressegespräches zur Verkehrsunfallentwicklung 2012 der Städte Werdohl und Neuenrade.

„Wir werden künftig in die Kindergärten und Grundschulen gehen und den Eltern zeigen, wie sie den Nachwuchs im Auto richtig anschnallen“, will der Wachleiter auf die Zahlen reagieren. Bei der Aufklärung soll es aber nicht bleiben: „Wir werden künftig auch vor Schulen und Kitas Kontrollen durchführen und dann auch abkassieren“, so Voith. Der Bezirksbeamte Norbert Passenheim wusste noch von einem aktuellen Fall aus Pungelscheid zu berichten. Bei einer Kontrolle sei er auf zwei Kleinkinder im Alter von fünf und drei Jahren aufmerksam geworden, die unangeschnallt im Auto mitfuhren. Auf den Fahrer des Wagens kommt nun eine Anzeige, eine Geldstrafe von 50 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderdatei zu.

Als Erfolg beschreibt Voit die massiven Geschwindigkeitskontrollen, die die Beamten in 2012 durchgeführt haben: „Auf den Strecken, auf denen wir regelmäßig Messstellen einrichten – wie beispielsweise am Höhenweg oder in Ütterlingsen am Freibad – verzeichnen wir kaum noch Unfälle.“ Überhöhte Geschwindigkeit sei eine der Haupt-Unfallursachen waren sich Voit und Tomas Werner, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizei im Märkischen Kreis, einig. Ziel der Kontrollen sei, die Durchschnittsgeschwindigkeit zu senken.

Für Werner ist vor allem der deutliche Anstieg der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kradfahrern in Werdohl und Neuenrade besorgniserregend. So verunglückten 26 Motorradfahrer (Werdohl: 14; Neuenrade: 12). Gegenüber dem Vorjahr, damals verunglückten sieben Kradfahrer, entspricht das einer Steigerung um rund 270 Prozent. Gründe für diese Zahlen konnte der Leiter des Verkehrsdienstes nicht nennen. Er wies darauf hin, dass es sich bei den Verunglückten meist um ortsfremde Kradfahrer handle. Werner sah auch hier Handlungsbedarf: Die regelmäßigen Kontrolltage würden deshalb auch weiterhin stattfinden. Dann würden die Beamten wie gewohnt nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die technische Ausstattung der Maschinen unter die Lupe nehmen.

Voit und Werner erinnerten auch noch einmal an die tragischen Unfälle in Werdohl und Neuenrade, bei denen im vergangenen Jahr zwei Menschen getötet wurden. Ende November wurde im Versetal eine 78-jährige Werdohlerin von einem Auto erfasst. Sie starb noch an der Unfallstelle. Bei einem Alleinunfall in Neuenrade verunglückte im Februar des vergangenen Jahres ein Autofahrer auf Grund von überhöhter Geschwindigkeit tödlich, so die Beamten.

Von Ute Heinze

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