Viele Fragen rund um den Wald und seine Bewohner

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Revierförster Frank Bossong zeigte, wie die Höhe eines Baums mit einem Stock gemessen werden kann. ▪

WERDOHL ▪ Welche Tiere sind in den Wäldern unterwegs? Welche Spuren hinterlassen sie? Warum sind an manchen Bäumen Zeichen zu finden? Wie kalt ist das Wasser im Bach? Und welche Blätter und Zapfen gehören zu welchem Baum? – Mit all diesen Fragen beschäftigten sich die Jungen und Mädchen der vierten Schuljahre. Bei den Waldjugendspielen ging es nicht um sportliche Leistungen, sondern um Wissen und Kenntnisse rund um das Ökosystem Wald.

„Wir möchten versuchen, die Kinder spielerisch für den Wald zu sensibilisieren“, so der zertifizierte Waldpädagoge des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland Axel Dohmen. Vermehrt muss der Waldexperte feststellen, dass sich bei vielen Kindern der Bezug zum Wald verändert hat. „Früher ging es immer mit den Eltern oder Oma und Opa in den Wald. Das ist heute immer seltener der Fall“, so Dohmen. Die Kinder seien heute durch die Medien geprägt: „Sie können mit ein paar Knopfdrücken alle Informationen beschaffen, aber in der Natur selbst erkennen sie Zusammenhänge oft nicht.“

Auf dem Parcours, der die Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule Königsburg/Kleinhammer und der Katholischen Grundschule St. Michael gestern durchs Waldgebiet Auf der Landwehr führte überraschten einige junge Teilnehmer allerdings mit Wissen. „Das ist eine Buche“, entfährt es Kevin ohne langes Überlegen. „Hervorragend“, lobt Revierförster Frank Bossong und hakt gleich nach: „Woran hast du das so schnell erkannt?“ Die glatte Rinde war für Kevin ein klarer Hinweis, Frank Bossong wies die Grundschüler außerdem auf die Früchte des Baumes hin – Unmengen an Bucheckern waren auf dem Waldboden zu finden.

Bevor sich die Grundschüler in kleinen Gruppen und mit Stift und Fragebogen ausgerüstet auf den fünf Kilometer langen Parcours machten, wurden die „Waldgebote“ besprochen. Die Wege sollte man im Wald nämlich nicht verlassen, auch Pflanzen und Stöcke sollten nicht abgeknickt werden. „Aber die Äste, die auf dem Boden liegen, darf man aufheben“, hakte Rica vorsichtshalber nach. Und Meryem beschäftigte vor allem eine Frage: „Gibt es im Wald giftige Schlangen?“

Unterwegs wurde schließlich immer wieder an den verschiedenen Stationen Halt gemacht, um eine der insgesamt 23 Fragen zu beantworten. Bei manchen Fragen wurden auch Tricks angewendet: Die Höhe eines Baumes lässt sich beispielsweise auch mit Hilfe eines Stocks ganz einfach messen.

Während der zwischendurch eingelegten Rast gab es die Gelegenheit, einem kostenlosen Waldkonzert zu lauschen. „Schließt die Augen, macht zwei Minuten keine Geräusche und lauscht, was ihr alles hört“, lautete die Aufforderung der Initiatoren, die sich gestern über die Teilnahme von mehr als 140 Kindern an den Waldjugendspielen freuten, die in diesem Jahr zum 13. Mal federführend von der Waldschule Märkischer Kreis und dem Regionalforstamt durchgeführt wurde. Mit Erfolg: „Seit fünf Jahren sind die Teilnehmerzahlen federführend in ganz NRW“, so Axel Dohmen. Die Werdohler Kinder wurden zum Abschluss mit einer Urkunde belohnt. - Simone Benninghaus

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