Mehr Geld für „Schlaglochtopf“

WERDOHL – Der sogenannte „Schlaglochtopf“ der Stadt Werdohl soll aufgestockt werden. Das geht aus der ersten Veränderungsliste der Stadtverwaltung für den Haushaltsplan 2010 hervor, der in knapp zwei Wochen vom Rat verabschiedet wird. Die Erhöhung der hier ausgewiesenen Mittel ist eine Reaktion auf den langen und strengen Winter, durch den insbesondere die Gemeindestraßen stark gelitten haben. Von Rainer Kanbach

Der ursprünglich ausgewiesene Betrag in diesem „Topf“ in Höhe von 250 000 Euro soll um weitere 100 000 angehoben werden. Daraus ergab sich im Hauptausschuss die Frage für den FDP-Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Hermes, ob die nunmehr geplante Summe ausreiche, denn „der Augenschein macht Sorge, dass es nicht reichen wird“. Gestützt wird diese Skepsis durch eine Aussage des städtischen Baubetriebshofes, die am Montag Erwähnung fand:. „So schrecklich war es noch nie.“

Bei dem Aufwand, der in der zitierten Veränderungsliste berücksichtigt sei, handele es sich „nur um eine grobe Schätzung“, räumte Bürgermeister Siegfried Griebsch ein. In den nächsten Tagen werde eine Bereisung aller Gemeindestraßen erfolgen, „und dann werden wir sehen, was wirklich notwendig ist“, so Griebsch. Zur Not müsse „noch einmal nachgelegt werden“, um die Verkehrssicherungspflicht erfüllen zu können.

Schon in der achten Kalenderwoche dieses Jahres – vor dem erneuten Wintereinbruch – waren Bautrupps im Stadtgebiet unterwegs, um die gröbsten Schäden in den Straßen zu beseitigen.

Geschafft wurde im Zuge dieser zunächst provisorischen Maßnahmen längst nicht alles – ganz abgesehen davon, dass mit der endgültig offenen Witterung eine intensive Nachbearbeitung erforderlich sein wird, denn die sogenannte „Reibeplätzchen-Taktik“, bei der zunächst Kaltasphalt in die Schlaglöcher gefüllt und festgestampft wurde, hilft nur übergangsweise. Die Arbeiten, die folgen müssen, dürften deutlich kostenintensiver sein.

Mit dem Winter beschäftigte sich am Montag – wenn auch nur zum Teil – auch eine Anregung der SPD-Fraktion, die in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung aufgegriffen werden soll. Danach, so Fraktionschef Cornelius Böttcher, solle angestrebt werden, die Stadtreinigung und den Winterdienst wieder auf den Standard der vorletzten Legislaturperiode zu bringen – kostenneutral, wie es hieß.

Dabei sei zu prüfen, ob Zivildienstleistende und Ein-Euro-Kräfte für Reinigungsarbeiten eingesetzt werden können. Zudem mahnte die SPD an: „Angesichts diverser Bemühungen, den Tourismus in Werdohl zu fördern, muss auch am Sauberkeitsbewusstsein von Teilen der Bevölkerung gearbeitet werden.“

Zu überdenken wäre in diesem Zusammenhang die Wiedereinführung der von Jochen Helmecke initiierten Sauberkeitsoffensive aus der „Ära Wolf“, zumal man sich „bei einer schmutzigen Stadt den Tourismus abschminken kann“, so Böttcher.

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