Werdohler Politiker beziehen Stellung

Rosmart 2.0: Laute Kritik bei Protestaktion von Pro Brunscheid

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Informationen hinterm Banner holen sich mehr als 100 Interessierte am Sonntag bei den Initiatoren der Bürgerinitiative.

Werdohl – Mehr als 100 Menschen informierten sich am Sonntagnachmittag am Kreisverkehr, der das Tor zum Gewerbegebiet Rosmart, bildet über die geplante und umstrittene Erweiterung des Gewerbegebiets.

Wer von Werdohl aus dorthin fuhr, sah schon von Weitem das rot-weiße Flatterband, welches das Planungsgebiet einzäunte. Wer näher kam, las die klaren Botschaften auf den großen, gelben Bannern: „Stoppt diesen Irrsinn hier! Kein Industriegebiet auf unseren Bergen!“ 

Für CDU-Ratsherr Dirk Middendorf ein imposanter Anblick: „Das hier live vor Ort zu sehen, ist schon etwas ganz anderes, als sich bloß die Pläne anzuschauen“, sagte er und betonte: „Eine endgültige Meinung habe ich noch nicht. Ich stecke noch im Meinungsbildungsprozess.“ 

Er zeigte Verständnis für die Pläne der drei Städte Werdohl, Altena und Lüdenscheid, die das Gebiet gemeinsam erweitern wollen. „Ich kann nachvollziehen, dass die Wirtschaft Platz braucht“, sagte Middendorf, betonte aber: „Ich kann aber auch die Anwohner sehr gut verstehen.“ 

Jörg Kenter, Initiator der Initiative „Pro Brunscheid“, freute sich, „dass alle Werdohler Ratsparteien – von der FDP abgesehen – heute hier sind, um sich das einmal anzuschauen“. Dazu gehörte auch SPD-Ratsherr Andreas Späinghaus, der aber betonte, „dass ich als Privatperson und nicht als Politiker hier bin“. 

Abgesperrt: Die Fläche, auf der das Gebwerbegebiet entstehen soll.

Als Privatperson bezog er klare Stellung: „Privat bin ich kein Freund davon, an dieser Stelle ein Gewerbegebiet zu errichten.“ Er unterstrich: „Man muss nur hier stehen, um zu verstehen, warum.“ Und WBG-Sprecher Volker Oßenberg stellte fest: „Für unsere Fraktion ist Rosmart 2.0 ein absolutes No-Go.“ Seine Beweggründe: „Wir haben eine Verantwortung für die kommenden Generationen. Und das Argument Arbeitsplätze zieht nicht, da wir nahezu Vollbeschäftigung und einen Arbeitskräftemangel haben.“ 

Aus Lüdenscheid war Michael Thomas-Lienenkämper gekommen. Dort sitzt er für Die Linken im Rat und ist auch gegen Rosmart 2.0. „Der Wert einer Stadt hängt doch nicht von den Gewerbesteuer-Einnahmen ab, sondern eben auch von der Natur, die sie ihren Einwohner bietet.“ Realschul-Leiterin Christiane Langs-Blöink sieht das genauso: „Ich wohne zwar in Lüdenscheid-Brüninghausen, aber ich bin hier oben aufgewachsen.“ 

Sie plädiere dafür, „das eine zu tun, ohne das andere zu lassen“. Das bedeute für sie: „Wir brauchen weitere Standorte für die Wirtschaft, müssen dafür aber nicht grob fahrlässig Natur opfern.“ 

Der Hintergrund: Der Protest der Bürgerinitiative „Pro Brunscheid“ richtet sich vor allem gegen die Entwicklung des Gewerbegebietes Rosmart 2.0, weil durch dieses Projekt ein Großteil der Kuppe auf den Brunscheider Höhen abgetragen und ein Großteil des Waldes vernichtet würden. Zudem fürchten die Anwohner ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und somit massiven Lärm.

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