Kita Arche Noah erhält neues Außengelände

Für mehr als 100.000 Euro: Ein Paradies zum Spielen

+
Das auf den Namen „Arche Noah“ getaufte Spielschiff ist ein Blickfang auf dem neugestalteten Außengelände des Familienzentrums an der Waldstraße. Kletternetz, Leiter und Rutsche bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Klettern und Bewegen, Sitzbank und Tisch Orte zum Ausruhen.

Werdohl – Mehr als 100 000 Euro hat die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl in die Neugestaltung des Außengeländes des Familienzentrums Arche Noah gesteckt und dabei unter anderem neun neue Spielgeräte und -häuschen angeschafft. Die Kinder haben jedoch nur einen Favoriten.

Seit Anfang 2019 hatte die Kirchengemeinde den Plan verfolgt, das Außengelände der Kita an der Waldstraße neu zu gestalten. Denn die Mängel waren angesichts einer maroden Holzhütte, vieler Stolperkanten, einer buckeligen Spielwiese, einer bereits gesperrten Rutsche und eines gerade einmal noch vom Tüv abgenommenen Klettergerüsts offensichtlich. Die Neugestaltung des rund 2500 Quadratmeter großen Geländes sollte aber mindestens 100 000 Euro kosten. So viel Geld konnte die Kirchengemeinde alleine nicht aufbringen. Allerdings erhielt sie Unterstützung durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der 60 000 Euro nach Werdohl überwies, durch mehrere große und viele kleinere Spenden. 

Die Hürde der Finanzierung war damit genommen, aber es sollten weitere, nicht erwartete folgen. Zwei Mal musste die Kirchengemeinde die Bauleitung austauschen, weil die mit der Aufteilung des Spielgeländes offensichtlich überfordert gewesen ist, wie es Baukirchmeister Gerd Petersmann darstellte. Hinzu kam eine lange Lieferzeit der Spielgeräte. Und als das Werdohler Garten- und Landschaftsbauunternehmen Schemberg dann endlich loslegen konnte, tauchten beim Ausheben der Fundamente für die Spielgeräte auch noch einige Felsen auf, die aus dem Weg geräumt werden mussten. „Das war zwar gut für die Stabilität, aber nicht für den Arbeitsfortschritt“, blickte Petersmann jetzt zurück. Und dass der lang ersehnte Regen sich dann ausgerechnet bei den Erdarbeiten einstellte, sei auch nicht gerade hilfreich gewesen. 

"Arche Noah" als Blickfang

Doch am Ende wurde alles gut, sodass die Kirchengemeinde und die Kita das Ergebnis in dieser Woche vorstellen konnten. Ein Blickfang auf dem neugestalteten Areal ist sicherlich das hölzerne Spielschiff „Arche Noah“, das durch eine sehr großzügige Spende des Wohnimmobilienunternehmens Grand City Properties angeschafft werden konnte. 800 Kilogramm wiege der Koloss, verriet Petersmann. Mit einem großen Kran habe er über das Kita-Gebäude hinweg an seinen Platz gehievt werden müssen. Daneben gibt es auf dem Gelände jetzt ein „Klettermaus“ genanntes Spielgerät, das Rutsche, Kriechtunnel, Kletterwand und Seilzug für spielerisches Lernen kombiniert. 

Der Kletterparcours aus Baumstämmen und Seilen ist bei den rund 70 Kindern der Kita Arche Noah sehr beliebt.

Klassiker wie Wippe und Schaukel fehlen ebenso wenig wie eine doppelseitige Maltafel, an der Kinder künstlerisch tätig werden können. Auf einem an Ketten hängenden Wackelfloß können die Mädchen und Jungen ihren Gleichgewichtssinn trainieren. An einem Wasserspielplatz können sie Erfahrungen mit dem nassen Element machen. Insgesamt zwei kleine und zwei größere Wald- und Spielhäuschen bieten auch einmal Rückzugsorte. Und dann ist da noch der Kletterparcours: Zwischen mehreren dicken Baumstämmen sind Seile gespannt, an denen sich die Kinder entlanghangeln und mit denen sie schaukeln und an denen sie sich emporziehen können. Das sei ihr absolutes Lieblingsspielgerät, verrieten die drei Vierjährigen Emilia, Amie und Laura. Kita-Leiterin Melanie Ehlert bestätigte: Das Klettergerüst werde tatsächlich stark frequentiert. 

Auch für Kinder unter drei Jahren geeignet

Von den neuen Spielgeräten sind einige für Kinder unter drei Jahren geeignet, alle sind aus widerstandsfähigem Robinienholz gefertigt. Unter den meisten Geräten befindet sich ein Fallschutz aus einer 40 Zentimeter dicken Schicht Rundkies. „150 Tonnen Kies sind dafür gebraucht worden“, berichtete Gerd Petersmann. 

Insgesamt vier solcher Wald- und Spielhäuschen stehen über das Kita-Gelände verteilt und bieten den Kindern Rückzugsmöglichkeiten.

Der Baukirchmeister zeigte sich ebenso wie Pfarrer Dirk Grzegorek bei der Vorstellung des neuen Außengeländes sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Es haben sich viele engagierte Menschen mit meist guten Ideen eingebracht, aber auch die Spendenbereitschaft war sehr erfreulich“, blickte Petersmann noch einmal zurück. Neben vielen kleinen Zuwendungen, die zum größten Teil in das vom Elternrat initiierte Crowdfunding-Projekt geflossen sei, habe es auch einige nennenswerte größere Spenden gegeben. Petersmann nannte neben Grand City Properties auch das Werdohler Werk von Superior Industries, das eines der beiden Waldhäuser finanziert hat, und die Firma Menshen, die drei große Container kostenlos zur Verfügung gestellt habe. 

Unterstützung durch das städtische Jugendamt

Das Jugendamt der Stadt Werdohl habe der Kirchengemeinde bei der Beantragung und Weiterverfolgung des Förderantrags an den Landschaftsverband sehr unterstützt, führte Petersmann weiter aus. Einen besonderen Dank sprach er schließlich noch an die Firma Schmeberg aus. 

„Wenn man weiß, welche Vorschriften bei der Erstellung eines Kinderspielplatzes zu beachten sind, dann noch die örtlichen Gegebenheiten betrachtet und nun das Ergebnis sieht, kann man nur mehr als zufrieden sein“, lobte Petersmann die Arbeit des Werdohler Unternehmens. Davon sei auch der Gutachter beeindruckt gewesen, der den Spielplatz abgenommen und sofort freigegeben habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare