Medizinischer Kaffeeklatsch mit Dr. Karaletsos

+
Oberarzt Dr. Dimitrios Karaletsos referierte.

WERDOHL -  Oberarzt Dr. Dimitrios Karaletsos von der Stadtklinik Werdohl referierte am Dienstag im Rahmen der Reihe „Medizinischer Kaffeeklatsch“ zum Thema „Schultergelenk“. „Sein Spezialgebiet“, stellte der Ärztliche Direktor Dr. Norbert Pittlik seinen Kollegen vor.

Das Schultergelenk nehme eine Sonderstellung im menschlichen Körper ein, erklärte der Mediziner. Es sei das Gelenk mit dem größten Bewegungspotenzial. Zudem sei es hauptsächlich muskelgeführt. Das ermögliche ihm zwar einen deutlich größeren Bewegungsspielraum als zum Beispiel dem hauptsächlich knochengeführten Hüftgelenk, es sei aber auch anfälliger als andere Gelenke. „Gerade dieses Gelenk bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten“, sagte Dr. Dimitrios Karaletsos und lieferte viele Informationen über Schäden und Verletzungen an der Schulter, die Folgen und Behandlungsmethoden.

Im Gegensatz zum Hüftgelenk sei die Gelenkpfanne, die für die nötige Stabilität sorgt, in der Schulter extrem klein. Die knöcherne Struktur bildeten vier Elemente: der Oberarmknochen, die Gelenkpfanne, das Schulterdach und das Schlüsselbein. Eine komplexes System von Muskeln und Bändern, unter anderem die Rotatorenmanschette, verhelfe der Schulter zu ihrer außergewöhnlichen Beweglichkeit.

Im Falle von Beschwerden könnten sowohl knöcherne als auch muskuläre beziehungsweise Bänderschäden vorliegen. Auf Röntgenaufnahmen ließen sich die Stellung und der Zustand der Knochen begutachten. Eine CT- (Computertomographie, Schnittbilder mit Röntgentechnik) oder MRI-Aufnahme (Magnetresonanztomographie, für Weichteile geeignet) erlaubten eine detailliertere Bewertung des Gelenkzustands und des Muskel- und Bänder-Apparates.

Beschwerden könnten unterschiedliche Ursachen haben, so der Oberarzt. Überbelastungen, Entzündungen, Überreizungen, Degenerationen beziehungsweise anlagebedingte Fehlstellungen könnten Schmerzen verursachen – ebenso wie Traumata.

Im weiteren Verlauf des Vortrag ging Dr. Dimitrios Karaletsos auf Schäden und Therapiemöglichkeiten ein. Er stellte medizinische Anker vor, mit deren Hilfe sich gerissene Muskelstränge wieder fixieren lassen. Er sprach über Verplattungen und die Nageltechnik, um Knochen zu richten. Dr. Pittlik ergänzte das Referat mit der Vorstellung der inversen Schulterprothese, deren Aufbau sich die Mediziner vom Hai abgeschaut hätten. - maj

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare