„Hier sind wir Allrounder auf hohem Niveau“

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Dr. med. Norbert Pittlik erläutert anhand eines Röntgenbilds, das einen Wirbel mit Osteoporoseschaden zeigt, eine der Behandlungsmöglichkeiten.

WERDOHL ▪ Er war unter anderem in renommierten Kliniken wie dem Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum tätig, wechselte im März 2002 in die Stadtklinik Werdohl und übernahm dort die Leitung der Chirurgie. Mittlerweile ist er in der Stadtklinik als ärztlicher Direktor verantwortlich. Die Rede ist von Dr. med. Norbert Pittlik.

Der Mediziner hat es innerhalb von zehn Jahren geschafft, den Werdohler Standort auf der Landkarte der namhaften Kliniken zu etablieren. Die Liste seiner Facharzttitel ist fast so lang wie diejenige, in der seine Marathonteilnahmen aufgeführt sind. Seit einer Bandscheibenoperation im Jahr 2008 kann er diesem Hobby allerdings nicht mehr aktiv frönen.

Langeweile kennt der offenbar bis unter den Scheitel mit Energie geladene Mediziner wohl nicht. Dafür liebt er seinen Beruf viel zu sehr. Auf seiner Visitenkarte sind seine Facharzttitel nicht aufgeführt. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass er im Laufe seiner bisherigen Karriere in den Bereichen Chirurgie, Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin den Facharzt-Titel erworben hat. Zudem ist er Mitglied im erlauchten Gerhard Küntscher-Kreis. Diese Berufung hatte sich Dr. Pittlik durch eine herausragende Leistung im Bereich der chirurgischen Forschung verdient. „Während meiner Zeit in Bochum habe ich ein neuartiges Nagel-System entwickelt. Die Berufung bedeutet mir viel“, sagt der Direktor der Chirurgische Klinik an der Stadtklinik Werdohl. Es sei ihm gelungen, das Haus vom Status der Grund- und Regelversorgung auf das Niveau einer anerkannten Klinik für die Bereiche Unfallchirurgie und Orthopädie zu bringen. Das alles sei aber nur dank eines hochqualifizierten und hochmotivierten Teams möglich gewesen. Dabei stützt er sich im Bereich der Chirurgie auf drei Oberarztkollegen und fünf Assistenzärzte.

Im Klinikum Bergmannsheil war Dr. med. Norbert Pittlik einer von vielen. Der Konkurrenzdruck untereinander sei enorm gewesen. „Eine harte Schule, in der ich aber in viereinhalb Jahren enorm viel gelernt habe“, erinnert er sich.

Während in Bochum hochwertige aber spezialisierte Arbeit im Akkord zu leisten gewesen sei, begrüsst Dr. Pittlink in Werdohl die vielschichtigen Anforderungen. „Als Mediziner ist es wichtig, das so genannte Gewebegefühl zu behalten. Hier sind wir Allrounder auf hohem Niveau. Und genau das macht die Freude an unserer Arbeit aus. Ich mache nicht nur linke Hüften“, sagt Pittlik und spielt auf die enorme Spezialisierung in anderen Häuser an.

Das gleiche gilt für sein Oberärzteteam, das aus Dr. Bernhard Genzel, Dr. Klaus Terfloth und Dr. Dimitrios Karaletsos besteht. Jeder dieser Oberärzte habe einen Spezialbereich, sei in den anderen Bereichen aber ebenso firm. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, sehr schnell Spezialkompetenzen zu bündeln“, wirbt der Klinikdirektor und wird von seinem Kollegen Dr. Bernhard Genzel bestätigt. Dr. Genzel, der vor seinem Wechsel nach Werdohl elf Jahre lang das Balver St. Marien-Hospital geleitet hatte, fügt hinzu: „Wir ergänzen uns gegenseitig.“

Stolz ist der Mediziner besonders auf die chirurgischen Innovationen, die in seiner Abteilung angewandt werden. „Rückenschmerzen aufgrund von zum Beispiel Bandscheibenvorfällen zählen heutzutage zu den Volkskrankheiten. Es gibt Fälle, da macht die Behandlung der Ursache keinen Sinn mehr. Dann kommt die minimalinvasive Schmerztherapie zum Einsatz. Damit sind wir zwar nicht in der Lage, die Ursache zu heilen, können dem Patienten aber die Symptome, die Schmerzen, nehmen. Wenn der schmerzleitende Nerv identifiziert ist, wird er mittels Hitze verödet“, erklärt Dr. Pittlik. Die Behandlung außerhalb des Wirbelkörpers sei in der Werdohler Stadtklinik seit 2005 etabliert. Als einziges Klinikum im Märkischen Kreis gehen die Werdohler Fachärzte laut Dr. Pittlik aber bereits einen Schritt weiter und seien in der Lage, den Nerv im Inneren des Rückenmarkskanals (Epiduralraum) zu behandeln, was eine noch präzisere Punktierung an den Nervenwurzeln gestatte.

Damit ist aber lediglich ein spezieller Teil des immens großen Leistungsspektrums skizziert. Das Werdohler Klinikum sei in allen Bereichen gut aufgestellt: Von der Allgemeinchirurgie und Proktologie über die Orthopädie, die Endprothetik bis zur minimalinvasiven Wirbelsäulenbehandlung und der Varizenchirurgie (Krampfaderchirurgie).

„Totalprothesen des Knies und der Hüften gehören bei uns ebenso zum täglichen Geschäft wie Knorpel-Knochen-Transplatationen und die Behandlung von Fußverletzungen beziehungsweise -fehlstellungen“, sagt Dr. Pittlik über einen Teil der vielen Spezialgebiete. Einen gebrochenen kleinen Finger gipsen oder schienen die Werdohler Chirurgen aber natürlich ebenfalls.

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