Hannelore Kraft unterstützt SPD-Wahlkampf in Werdohl

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Plauderten angeregt: Hannelore Kraft und Matthias Wershoven

Werdohl - Eines war am Montagabend schnell klar: Man kennt sich. Die SPD hatte zur Podiumsdiskussion ins Vier Jahreszeiten eingeladen. Bürgermeisterkandidat Matthias Wershoven plauderte mit der SPD-Landesvorsitzenden Hannelore Kraft, der Europa-Abgeordneten Birgit Sippel und Landratskandidat Lutz Vormann.

Von Constanze Raidt

Im Mittelpunkt standen die Themen Integration und Finanzen. Gut 150 Gäste hörten zu, Ortsvereinsvorsitzender Andreas Späinghaus moderierte. Dabei ging es auch um parteiinterne Beziehungen.

„Sag mal, Hannelore, warum bist du eigentlich hier?“, begrüßte Andreas Späinghaus die Landesvorsitzende mit einem Augenzwinkern. „Wir beide kennen uns schon länger“, antwortete diese mit einem Blick in Richtung des Bürgermeisterkandidaten, den sie zwischendurch auch schonmal liebevoll „Der Junge“ nannte. „Und ich finde es beeindruckend, dass jemand in dem Alter – der auch noch was Ordentliches gelernt hat – sich auf den Weg macht zu einer solchen Position.“

Und auch für Späinghaus gab es Blumen: „Du warst natürlich der zweite Grund, warum ich hergekommen bin“, schäkerte Kraft. „Das wollte ich jetzt hören“, konterte der Werdohler Vorsitzende.

Nach der Begrüßungsrede des Unterbezirksvorsitzenden Michael Scheffler ergriff erst einmal Matthias Wershoven das Wort. Dass die Landesvorsitzende sich Zeit für eine verhältnismäßig kleine Stadt wie Werdohl genommen habe, „sehe ich als Wertschätzung für die gute Arbeit der SPD vor Ort“, sagte der 29-Jährige. Diese wolle er als Bürgermeister fortsetzen. Und dazu sei eben auch ein Netzwerk mit den Sozialdemokraten in Düsseldorf und Brüssel wichtig. Das habe er sich in den vergangenen Jahren aufgebaut.

„Da kriege ich Pickel“

Einigkeit unter den Genossen aus Stadt, Land und Europa herrschte vor allem beim Thema Integration. „Allein der Begriff ‘Migrant’ – da kriege ich schon Pickel“, schimpfte Hannelore Kraft. „Das sind doch alles Menschen, die hier leben und mitbestimmen wollen.“ Andreas Späinghaus nannte die Migration einen „Rohstoff“. Es sei nicht gut, Menschen mit ausländischen Wurzeln „hier auszubilden und dann gehen die weg – wo doch ihre Heimat hier ist.“

Landratskandidat Lutz Vormann aus Altena und die Europa-Abgeordnete Birgit Sippel

Der Bürgermeisterkandidat sprach die Integrationswahl an, die in Werdohl nicht zustande gekommen ist. „Einerseits könnte man das als schlecht bezeichnen“, sagte er. „Aber wir als SPD leben Integration“, so Wershoven, der neben der deutschen auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. Werdohl sei „ein tolles Beispiel für gelebte Integration, wie wir sie überall in Europa haben sollten“, lobte Birgit Sippel die ganze Stadt an der Lenne.

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von Radio MK

Das Sorgenkind blieben gestern die städtischen Finanzen. 2018 den Haushaltsausgleich zu schaffen werde schwierig, sagte der Bürgermeisterkandidat. 2019 scheint da ein kleiner Lichtblick: „Dann läuft der Fonds Deutsche Einheit aus“, sagte Wershoven. „Das sind eine Million Euro jährlich, die Werdohl über Kredite finanzieren muss.“ An dieser Stelle machte die Landesvorsitzende Mut: „Danach wird das Geld nicht mehr nach Himmelsrichtung verteilt, sondern nach Bedürftigkeit.“

Zum Abschluss schickte die Ministerpräsidentin ein dickes Lob in Richtung Bürgermeister Siegfried Griebsch. „Der Siegfried hat zwar kleinere Füße als du – aber die Fußstapfen sind groß“, sagte sie zu Wershoven.

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