Bürger und Experten erarbeiten Entwicklungskonzept

„Masterplanung 2040“: Lange Liste von Ideen für Werdohl 

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Die Fußgängerzone betrachten manche Werdohler als Stärke ihrer Stadt, anderen beklagen einen mangelhaften Branchenmix im Einzelhandel der Innenstadt.

Werdohl – Die Entwicklung des Konzeptes „Masterplanung 2040“, das der städtebaulichen Entwicklung eine Leitlinie und einen Handlungsrahmen geben soll, ist trotz der Corona-Einschränkungen in vollem Gange.

Im August ist nochmals die Bevölkerung gefragt. Wir blicken noch einmal zurück und zeigen auf, was noch geplant ist. 

Was ist bisher passiert? 

Schon vor einigen Monaten haben die Planer des Kölner Büros Jung Stadtkonzepte vorhandene Studien, Konzepte und Pläne ausgewertet und Probleme, Chancen und Potenziale analysiert. Die anschließende erste Phase der Bürgerbeteiligung ist seit Mitte Juni abgeschlossen. Die ursprünglich dafür geplanten Vis-à-Vis-Veranstaltungen und Beteiligungsformate mussten coronabedingt angepasst werden. Anfang April wurden deshalb alle Werdohler schriftlich eingeladen, sich Online auf einer Ideenkarte, per E-Mail oder postalisch auf einer dafür entworfenen Postkarte zu beteiligen. 

Wie ist die Bürgerbeteiligung gelaufen? 

„Dieser Online-Stadtdialog ist gut gelungen, die Beteiligung war groß“, berichtet Stadtplanerin Britta Buch, die sich in dem Kölner Büro vorwiegend der Durchführung solcher Akteursbeteiligungen widmet: Zahlreiche Anregungen, Anmerkungen und Ideen der Bürger hätten das Stadtentwicklungsteam erreicht. Auch Stärken und Schwächen der Stadt an Lenne und Verse wurden genannt. 

Welche Stärken und Schwächen hat die Stadt in den Augen ihrer Bürger? 

Zu den Stärken zählen nach Meinung der Bevölkerung unter anderem der Mix aus Industrie und Natur, die Fußgängerzone, günstige Mieten, die Lennepromenade und der Westpark, das neue Frei- und Hallenbad und die guten Arbeitsmöglichkeiten. Schwächen sind demnach unter anderem ein schlechter Branchenmix des Einzelhandels mit zu vielen Billigläden und Discountern, aber einer fehlenden Metzgerei und kaum vorhandenen Modegeschäften. Ganz schlecht finden viele, dass das WK Warenhaus geschlossen hat; es wird vorgeschlagen, das Gebäude abzureißen und die Innenstadt zeitgemäß zu gestalten. Eine Vermüllung der Außenbezirke wird ebenso beklagt wie die Vernachlässigung des Brunnens am Colsman-Platz. 

Welche Ideen und Anregungen wurden gesammelt? 

Um Werdohl lebenswerter zu machen, sollte nach Auffassung der Bevölkerung die Gastronomie vielseitiger, das Angebot an (bezahlbarem) Wohnraum, Arbeitsplätzen und Treffpunkten für junge Familien größer und ein Ärztezentrum in der Innenstadt angesiedelt werden. Die Werdohler wünschen sich unter anderem bessere Radweg- und ÖPNV-Verbindungen, eine Gastronomie an der Lenne und an den Kletterfelsen sowie einen Breitbandausbau in allen Stadtteilen. 

Wie geht es jetzt weiter? 

„Nun steckt das Team mitten drin, die Ergebnisse auszuwerten und in eine Entwicklungsstrategie für Werdohl einfließen zu lassen“, erklärt Stadtplanerin Buch. Um die Zukunft der Stadt nachhaltig und lebenswert zu gestalten, sollen im Stadtentwicklungskonzept zielgerichtete Strategien und Projekte erarbeitet werden. Das Konzept soll insbesondere Antworten auf solche Fragen geben: Wie wollen wir zukünftig leben? Wie können wir unser Werdohl entwickeln, um es für uns, unsere Kinder und Enkel attraktiv zu machen? 

Was passiert mit den Vorschlägen aus der Bevölkerung? 

Alle von den Werdohlern eingebrachten Hinweise hat das mit der Konzepterstellung beauftragte Büro in einer Dokumentation dargestellt. Diese ist auf der Internetseite der Stadt Werdohl abrufbar. Daneben steht die Ideenkarte noch bis Ende August im Internet zur Verfügung (www.masterplanungwerdohl2040.de). 

Gibt es weitere Bürgerbeteiligungen? 

Im weiteren Schritt soll der gerade in Erarbeitung befindliche Ansatz einer Entwicklungsstrategie für Werdohl gemeinsam mit den Bürgern umrundet und diskutiert werden. Aufgrund der Veränderungen durch die Pandemie kann die ursprünglich für den 30. Juli vorgesehene Befragung der Bevölkerung auf dem Wochenmarkt und dem Bahnhofsvorplatz nicht wie geplant stattfinden. Sie soll allerdings nachgeholt werden. Die Beteiligungsveranstaltung „Dialogwerkstatt – Richtungsweiser und Ziele“ soll unter den dafür notwendigen Auflagen aber wie geplant am Mittwoch, 26. August von 18 bis 20.30 Uhr im Restaurant Vier Jahreszeiten stattfinden. „Hierzu sind alle Bürger der Stadt herzlich eingeladen“, betont Britta Buch.

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