Massenschlägerei mit Knüppeln und Steinen

WERDOHL ▪ Mit einer äußerst brutalen Massenschlägerei hat es seit Dienstag das Altenaer Amtsgericht zu tun. „So viele Streifenwagen hat Werdohl in den letzten Jahren mit Sicherheit nicht gesehen”, machte ein als Zeuge geladener Polizeikommissar das Ausmaß des Geschehens deutlich.

Die drei aus Neuenrade stammenden Brüder auf der Anklagebank schwiegen zu den Vorwürfen. Laut Anklage waren die 27, 30 und 34 Jahre alten Männer am 10. April 2009 gemeinsam mit ihrem, durch eine schwere Krankheit verhandlungsunfähigen Vater, mit Pflastersteinen und Knüppeln bewaffnet auf eine Gruppe Landsleute losgegangen und hatten diese übel zugerichtet. Dabei sollen die Angeklagten einen Hinterhof in der Werdohler Fußgängerzone dazu genutzt haben, ihre Opfer in einen Hinterhalt zu locken. Hintergrund der vorgeworfenen Tat sollen von den Angeklagten an die mutmaßlichen Opfer nicht zurückgezahlte Darlehen in Höhe von insgesamt 47 000 Euro gewesen sein.

„In türkischen Kreisen ist es üblich, mit dem Familienoberhaupt über solche Angelegenheiten zu sprechen”, erklärte das mutmaßliche Hauptopfer am Dienstag. Deshalb, so der 42-Jährige, habe er nichts Böses gedacht, als der Vater der Angeklagten ihn zu einem Treffen bestellt hatte. Er habe allein zu dem Treffen fahren wollen, seine Mutter habe aber zwei Brüder und den Schwager hinterhergeschickt: „Ich hatte kurz davor eine Chemotherapie gehabt. Ich war froh, dass ich überhaupt laufen konnte. Meine Mutter hatte Angst um mich. Das war wohl ihr Instinkt.”

Im Hof sei der Vater dann „auf ihn drauf“, habe ihm einen Pflasterstein an den Kopf geschlagen und ihn in den Oberarm gebissen. Der 27-jährige Angeklagte habe mit einem Knüppel auf ihn eingeschlagen.

„Ich höre heute noch einen Piep-Ton. Ich habe Angst, kontrolliere mehrfach, ob ich die Tür abgeschlossen habe”, so der 42-Jährige. Der Bruder des Zeugen bestätigte dessen Angaben – fast wortgleich. Er selbst sei vom 30-jährigen Angeklagten zunächst in den Schwitzkasten genommen und später geschlagen worden. Auch der 34-jährige Angeklagten soll Schläge verteilt haben.

Ihm wird zudem vorgeworfen, er habe zwischen 2007 und 2009 als Arbeitgeber Sozialabgaben von insgesamt 23 377,57 Euro nicht abgeführt.

Ein Urteil gab es noch nicht, da noch weitere Zeugen gehört werden sollen.

Jana Peuckert

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