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Maskierte wollen ins ehemalige Seniorenheim Forsthaus eindringen

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Von: Carla Witt

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Das ehemalige Seniorenheim Forsthaus gehört inzwischen dem Werdohler Immobilienkaufmann Hakan Cici. Am Wochenende wollten dort gleich zwei Mal ungebetene Besucher eindringen – sie wurden jeweils von der Polizei erwischt.
Das ehemalige Seniorenheim Forsthaus gehört inzwischen dem Werdohler Immobilienkaufmann Hakan Cici. Am Wochenende wollten dort gleich zwei Mal ungebetene Besucher eindringen – sie wurden jeweils von der Polizei erwischt. © Heyn, Volker

So verlassen, wie sich das drei Männer aus Hessen vorgestellt hatten, ist das ehemalige Seniorenheim Forsthaus nicht: Als sie am Sonntagnachmittag nach Zutrittsmöglichkeiten suchten, wurden sie von den Kameras gefilmt, die der neue Besitzer dort installiert hat – und von der Polizei erwischt.

Werdohl – „Nachdem sie auf Youtube ein Video gesehen hatten, wollten sich drei maskierte Hessen am Sonntagnachmittag das alte Seniorenheim von innen anschauen“, berichtet die Polizei. Die Lost-Place-Fans rechneten nicht damit, dass der neue Besitzer das Gebäude mit Kameras gesichert hat. Eine Polizeistreife entdeckte die Männer (16, 21 und 52 Jahre alt) kurz darauf in der Nähe.

Doch offenbar hatte das Video noch mehr Aufmerksamkeit erregt: Bereits am Samstagabend standen laut Polizeibericht die nächsten ungebetenen Besucher auf der Matte – dieses Mal aus Witten. „Sie wussten von einem angeblichen Treffen der Lost-Place-Fans zu berichten, das am Wochenende im Forsthaus stattfinden soll“, berichten die Beamten.

Das wird sicher nichts, denn der neue Inhaber, Hakan Cici, hat das Gebäude im Auge. „Ich bin froh, dass ich eine Alarmanlage installiert habe“, sagt der Werdohler Immobilienkaufmann. Er habe den Youtuber, der das Forsthaus-Video ins Internet gestellt habe, bereits kontaktiert. „Er reagiert aber nicht. Also wird es wohl zur Anzeige kommen“, stellt Cici fest.

„Ich weiß nicht, wie die Leute darauf kommen, dass das Forsthaus ein verlassener Ort ist“, überlegt Cici laut. Wenn jemand sein Eigentum betrete und sich zuvor obendrein noch maskiert habe, dann sei das natürlich Polizeisache: „Woher soll ich wissen, ob derjenige Fotos oder Videos machen oder etwas stehlen will?“

Hakan Cici hat bereits Ideen, wie es mit dem ehemaligen Seniorenheim weitergehen soll. Verraten könne er aber noch nichts: „Zunächst müssen noch einige Dinge geklärt werden“, sagt er.

Dass sich Lost-Place-Jäger auch im Märkischen Kreis tummeln, ist der Polizei längst bekannt: „Alte Bunker, aufgegebene Hotels, Bahnhöfe oder Firmengebäude wie das ehemalige VDM-Areal am Schwarzenstein in Altena oder das ehemalige Altenaer Krankenhaus rufen immer wieder Abenteurer mit Kamera und Taschenlampe auf den Plan – je verfallener, desto besser.“ Sie warnt eindringlich davor, fremdes Eigentum zu betreten: „Unabhängig von dem Risiko, durch morsche Böden verfallener Gebäude zu stürzen oder gesundheitsgefährdende Schimmelsporen einzuatmen, sollten sich Besucher über strafrechtliche Konsequenzen im Klaren sein.“

Auch vermeintlich verlassene Gebäude – wie das Forsthaus – hätten Eigentümer. „Und die mögen es gar nicht, wenn ungebetene Gäste ihre Räume filmen und ins Internet stellen oder sich in ihren Räumen niederlassen, um dort zu feiern oder zu übernachten.“

Fest stehe: „Wer Türen oder Fenster aufbricht, Scheiben einschlägt oder Schlösser knackt, der begeht einen Einbruch. Strafrechtlich handelt es sich um Sachbeschädigung oder ,besonders schwere Fälle des Diebstahls’ – auch wenn gar nichts gestohlen wird.“ Wer in Wohnräume eindringe, der begehe einen Wohnungseinbruchdiebstahl. Personen, die über oder durch Zäune oder Mauern klettern würden, könnten wegen Hausfriedensbruchs belangt werden. „Und das Veröffentlichen von Filmen auf YouTube kann als Anstiftung zu einer Straftat gewertet werden.“

Nicht nur Ruinen aus der Industriegeschichte

Der Ausdruck Lost Place bedeutet sinngemäß „vergessener Ort“. Meistens handelt es sich um Bauwerke aus der jüngeren Geschichte, die entweder noch nicht historisch aufgearbeitet worden sind oder aufgrund ihrer geringen Bedeutung kein allgemeines Interesse finden. Der Ausdruck Lost Place wird zwar häufig gleichbedeutend mit Ruinen aus der Industriegeschichte oder nicht mehr genutzten militärischen Anlagen gebraucht, die eigentliche Bezeichnung gilt aber für jeden Ort, der im Laufe der Zeit im Kontext seiner ursprünglichen Nutzung in Vergessenheit geraten ist. - Quelle: Wikipedia

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