Ütterlingser Grundschüler laufen für Kinder in Sambia

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Schulleiterin Britta Schwarze (rechts), die Präsidenten des Schulparlaments, Marie Christine Wehr und Timurhan Halilcavusogullari, sowie das Organisations-Team hoffen, dass der Sponsorenlauf am 30. Juni ein voller Erfolg wird.

Werdohl - „Die Kinder, die auf den Tabakfeldern in Sambia arbeiten müssen, werden richtig krank“, sagt Marie Christine Wehr betroffen. Die Schülerin der Städtischen Evangelischen Martin-Luther-Grundschule, die gemeinsam mit Timurhan Halilcavusogullari die Präsidentschaft des Schulparlaments übernommen hat, möchte sich unbedingt für diese Mädchen und Jungen in Afrika einsetzen.

Und nicht nur die beiden Viertklässler möchten etwas für die Kinder tun, die weder lesen noch schreiben lernen dürfen, und schon im Alter von fünf Jahren Tabakpflanzen pflegen und ernten müssen. „Deshalb haben alle Schüler gemeinsam beschlossen, den größten Teil der Einnahmen unseres Sponsorenlaufs für das entsprechende Projekt der Kindernothilfe zur Verfügung zu stellen“, berichtet Schulleiterin Britta Schwarze.

70 Prozent, so wollen es die Ütterlingser Grundschüler, sollen der Kindernothilfe zugute kommen. 30 Prozent werde der Förderverein der Schule erhalten. „Auch ich war mir nicht klar darüber, dass die Kinder in Sambia durch die Tabakpflanzen enorme gesundheitliche Schäden davontragen. Viele sterben sehr früh“, sagt Schwarze. Einerseits würden die Ausdünstungen der Pflanzen die kleinen Arbeiter in einen narkoseartigen Zustand versetzen, andererseits kämen die Mädchen und Jungen täglich mit den extrem giftigen Pflanzenschutzmitteln in Kontakt. „Das ist unfassbar“, stellt die Schulleiterin fest.

Die Ütterlingser Grundschüler zeigen bei ihren Sponsorenläufen immer viel Einsatz. Dieses Mal sollen 70 Prozent der Einnahmen der Kindernothilfe zugute kommen.

Damit am 30. Juni – der Sponsorenlauf soll erstmals an einem Freitag auf dem Sportplatz Riesei stattfinden – möglichst viel Geld zusammenkommt, suchen die Grundschüler momentan ihre persönlichen Sponsoren. Welchen Betrag diese für jede gelaufene Runde zahlen wollen, bleibt ihnen selbst überlassen. „Es soll niemand arm werden“, unterstreicht Schwarze. Für den Fall, dass ein Schüler eine unerwartete Leistung erbringe, werde sich eine Lösung finden, erklärt sie: „Es ist schon vorgekommen, dass Schüler, die normalerweise gerade mal eine Runde schaffen, so motiviert waren, dass sie immer weiter gelaufen sind.“ Übrigens dürfen auch ehemalige Schüler ihre Runden für den guten Zweck drehen. „Und auch die zukünftigen Erstklässler haben wir eingeladen“, erzählt die Schulleiterin.

Marie Christine Wehr hat sich jedenfalls vorgenommen „so circa 20 Runden“ zu laufen. Timurhan Halilcavusogullari hat sich das Ziel noch höher gesteckt. „Beim Training habe ich schon mal 26 Runden geschafft“, verrät er. Die Mitglieder des Schulparlaments sind mit an den Vorbereitungen für den Sponsorenlauf beteiligt. Sei arbeiten Hand in Hand mit dem Organisations-Team, das aus drei Lehrkräften und drei engagierten Eltern besteht: Bettina Kaiser, Sarah Heidorn, Matthias Lönze, Oya Halilcavusogullari, Brigitte Siek und Sabine Paul, die natürlich von der Schulleiterin tatkräftig unterstützt werden. Am Veranstaltungstag bekommen sie zudem noch Hilfe von acht Sporthelfern der Albert-Einstein-Gesamtschule. „Das erleichtert uns die Durchführung des Sponsorenlaufs ungemein“, freut sich Schwarze. Alle Organisatoren und die Schüler hoffen auf viele Sponsoren – und natürlich auf Besucher, die die Grundschüler am 30. Juni zwischen 10 und 14 Uhr kräftig anfeuern. Für die Verpflegung der Läufer und der Gäste werde gesorgt, verspricht die Schulleiterin: Neben Kuchen und Leckereien vom Grill werde es auch Helal-Verpflegung geben.

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