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Marode Infrastruktur im Kreis: Spediteur fordert „verlässliche Perspektive“

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Von: Volker Griese

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Hochwasserschäden, Baustellen und dann noch die A45-Sperrung – die Wirtschaft insbesondere im südlichen Märkischen Kreis ist derzeit leidgeprüft. Besonders trifft es Speditionen und andere Logistikunternehmen.
Hochwasserschäden, Baustellen und dann noch die A45-Sperrung – die Wirtschaft insbesondere im südlichen Märkischen Kreis ist derzeit leidgeprüft. Besonders trifft es Speditionen und andere Logistikunternehmen. © Griese, Volker

Hochwasserschäden, Baustellen und dann noch die A45-Sperrung – die Wirtschaft insbesondere im südlichen Märkischen Kreis ist derzeit leidgeprüft. Besonders trifft es Speditionen und andere Logistikunternehmen.

Marc Andreas und Maren Krombach von der Spedition NBTK Ulbrich machten am Mittwoch Bundes- und Landespolitik auf ihre Probleme aufmerksam.

Bei einem Besuch der beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese und Bettina Lugk sowie der SPD-Landtagskandidatin Anja Ihme zeigte NBTK-Geschäftsführer Marc Andreas Krombach auf, was die andauernden Mängel an der Infrastruktur für sein Unternehmen, aber auch für die gesamte Wirtschaft bedeuten. „Ohne Logistik blieben die Regale leer und es würde vieles nicht mehr funktionieren“, sagte er. Derzeit würden komplette Logistikketten zerstört, Mitarbeiter kündigten, weil ihnen die Fahrt zur Arbeit zu lang werde. Zusätzlich zu den unvermeidbaren Sperrungen wie beispielsweise aufgrund des drohenden Felsabsturzes in Nachrodt komme noch, dass beispielsweise in Neuenrade die Bundesstraße halbseitig gesperrt werde, um im Auftrag des Landesbetriebs Straßen-NRW eine nicht dringende Baumaßnahme durchzuführen.

Wunsch nach Dialog

„Wir wünschen uns einen Dialog und eine verlässliche Perspektive“, forderte Krombach die Politik auf, die notwendigen Baumaßnahmen so zu planen, dass die Wirtschaft sich darauf einstellen könne. „Dann können wir das auch bewältigen.“

Benedikt Althaus, stellvertretender Geschäftsführer des Landesverbands Transportlogistik und Entsorgung, sprang Krombach bei: Die Zukunft von Unternehmen im Märkischen Kreis, der mittlerweile das industrielle Herz Deutschlands sei, gerate in Gefahr. Der Verkehrsfluss müsse schnellstmöglich wieder hergestellt werden. „Und in der Zwischenzeit müssen Alternativrouten ausgewiesen werden, um eine Lebensader für die Wirtschaft zu schaffen“, forderte Althaus.

Personalprobleme bei Straßen.NRW?

Bürgermeister Andreas Späinghaus sah eine der Ursachen für die sich jetzt häufenden Probleme darin, dass beim Landesbetrieb Straßen.NRW über Jahre massiv Ingenieursstellen eingespart worden seien. „Das holt uns jetzt wieder ein“, stellte er mit Blick auf marode Straßen und Brücken fest.

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk konnte die Sorgen der Unternehmer nachvollziehen. Gerade diese Region brauche intakte Verkehrswege, um ihre Wirtschaftsleistung ausspielen zu können. Das produzierende Gewerbe könne nun einmal nicht aus dem Homeoffice betrieben werden, sagte sie.

Politikerinnen erfahren, was Pendler täglich erleben

Wie Lugk hatte auch die Landtagskandidatin Anja Ihme die Verkehrsprobleme gerade erst zu spüren bekommen. Beide waren aus Richtung Iserlohn zum Termin in Werdohl gekommen und konnten damit nachvollziehen, was Pendler praktisch täglich erleben. Um diese massiven Probleme zu bewältigen, müsse die Politik eingefahrene Verwaltungswege verlassen und nach neuen, Lösungen suchen, verlangte Ihme.

Dirk Wiese, immerhin stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, äußerte sich zu der Problematik – zumindest öffentlich – nicht.

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