„Schön ist dieses Geschiebe für uns nicht“

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Dirk Kammering (rechts) rechnet nicht damit, dass der Wochenmarkt – wie geplant ab Anfang April –donnerstags wieder in der Innenstadt seinen festen Standort einnehmen wird.

Werdohl - Als „unglücklichen Umstand“ bezeichnen die Wochenmarkt-Händler die kurzfristige Verlegung des Wochenmarktes auf den Goethe-Parkplatz. Diese ist notwendig, weil wegen Baumaßnahmen auf der B 229 Busse durch die Fußgängerzone fahren müssen (wir berichteten). Die Händler ärgern sich aber weniger über den Ort als über die späte Information. Die Bürger sind zwiegespalten, kritisieren jedoch auch die Informationspolitik der Stadt und des Landes.

„Es ist insgesamt bei allen Ständen heute ruhiger“, sagt Christian Ziebolz. Rund ein Drittel weniger Kunden seien an seinem Stand gewesen, resümiert der Marktmeister, dessen Familie seit mehr als 50 Jahren Geflügel und Eier auf dem Werdohler Markt verkauft. Er habe von der Verlegung erst am Donnerstag erfahren: „Das war definitiv zu kurzfristig. Mindestens eine Woche Vorlauf wäre gut gewesen, um die Kunden persönlich darauf hinzuweisen, dass die Stände umziehen müssen“, so Ziebolz.

„Schön ist das Hin- und Her-Geschiebe für uns nicht. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Ich bin außerdem sehr skeptisch, ob die Baumaßnahmen bis zum Ende der gesetzten Frist fertig gestellt sind“, sagt Dirk Kammering vom Stand „Pfeffer und Co.“. Es gebe zwar definitiv weniger Laufkundschaft, die Stammkundschaft komme jedoch standortunabhängig.

Das bestätigt auch Käsehändler Frank Rest: „Die feste Kundschaft kommt mit ihren speziellen Wünschen zu uns.“ Allerdings haben die Organisatoren um Ziebold durch die kurzfristige Information kaum Chancen gehabt, einen attraktiven Plan für die Verteilung der Stände zu erstellen. So leiden vor allem die Händler, die weniger Stammkunden haben“, berichtet Rest. Er ist seit mehr als 30 Jahren auf verschiedenen Wochenmärkten in ganz NRW mit seinem Käsestand unterwegs ist.

Und was denken zu der Thematik die Werdohler Bürger, die sich für den Kauf von Obst, Fleisch, Käse oder Gewürzen zur Lenne begeben müssen? „Der Standort in der Innenstadt gefällt mir persönlich besser, weil man das häufig mit weiteren - oft ungezielten - Einkäufen wie im Drogeriemarkt verbinden kann. Zudem empfinde ich den Innenstadtmarkt als harmonischer und an sich gemütlicher. Das wurde alles außerdem erst sehr spät bekannt gegeben“, meint Udo Schmidt. Der gebürtige Werdohler, der inzwischen in Herscheid wohnt, kommt in regelmäßigen Abständen auf den Wochenmarkt, um seine Großeinkäufe zu tätigen. Zudem glaubt der 67-Jährige, dass die Verlegung die Einzelhändler in der Werdohler Innenstadt schwächt: „Ich bin mir sicher, dass der Wochenmarkt die Umsätze der dortigen Geschäfte merklich anhebt. In der Innenstadt herrscht jetzt tote Hose.“

Anders sieht das die Werdohlerin Tanja Schmitt. Sie besucht fast jede Woche mit ihrer Tochter den Markt und kennt den aktuellen Standort am Goethe-Parkplatz noch aus den Jugendtagen. „Es ist schon etwas nostalgisch. Vor rund 20 Jahren war der Markt ja bereits direkt an der Lenne. Der Markt in der Innenstadt hat schon ein eigenes Flair, jedoch ist er am Goethe-Parkplatz nicht so auseinander gerissen“, so Schmitt. Den Übergangsstandort empfindet sie als nicht dramatisch, da dieser von den Parkmöglichkeiten gleich weit entfernt sei wie die Fußgängerzone. „Hauptsache ich bekomme meine frische Ware.“

Von Benny Finger

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