Mark-E sucht Investor für Werdohl-Elverlingsen

Ein ganzes Dorf im Sauerland steht frei zum Verkauf

Werdohl-Elverlingsen: Ein ganzes Dorf steht frei zum Verkauf.
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Werdohl-Elverlingsen: Ein ganzes Dorf steht frei zum Verkauf.

Im Sauerland steht ein ganzes Dorf zum Verkauf. Energieversorger Mark-E sucht nach einem Investor. Es gibt mehrere Zukunftsszenarien für das Gelände neben dem stillgelegten Kohlekraftwerk in Werdohl.

  • Enervie-Tochter Mark-E möchte die Siedlung Werdohl-Elverlingsen im Sauerland verkaufen.
  • Das Unternehmen sucht einen Investor.
  • Das gesamte Gelände am ehemaligen Kohlekraftwerk im Märkischen Kreis wurde gerodet.

Werdohl - Baumstümpfe überall, verfallene Häuser, es regnet, es ist kalt – der Gang über den SGV-Wanderweg entlang der ehemaligen Siedlung Elverlingsen hat dieser Tage eine apokalyptische Anmutung. Dass Mark-E mit der Abholzung die Ausmaße der ehemaligen Siedlung repräsentabel machen will, klingt unwirklich.

Doch genau das sei die Absicht, erklärt Enervie-Sprecher Andreas Köster. Das Gelände der ehemaligen Siedlung gehört ebenso wie das stillgelegte Kraftwerk der Mark-E, einer Tochter der Enervie-Gruppe. Mit den großflächigen Rodungsmaßnahmen will man die Größe der früheren Siedlung von der Bundesstraße aus sichtbar machen.

Enervie-Tochter Mark-E möchte Dorf Elverlingsen verkaufen

Das Energieunternehmen möchte die gesamte Fläche am liebsten verkaufen. Damit ein potenzieller Käufer auch sehen kann, was zum Verkauf steht, wurde die Ware für eine bessere Vermarktung ausgepackt.

Ob es konkrete Interessenten gibt, sagt Köster nicht. Man rede mit der Werdohler Stadtverwaltung und mit Investoren, wenn sie denn auf die Mark-E zukämen. Köster: „Es gibt diese Gespräche, aber sie sind ergebnisoffen in Bezug darauf, wie wir weiter mit der Fläche verfahren werden.“ Köster spricht von „unterschiedlichen Optionen“, wirklich viele dürften es nicht sein.

Werdohl-Elverlingsen: Ein ganzes Dorf steht frei zum Verkauf.

Entweder wird die Fläche an den angrenzenden Wald angegliedert oder in ein kleines Gewerbegebiet umgewandelt. Dass Gespräche im Gange sind, bestätigte Bürgermeisterin Voßloh vor einiger Zeit. Sie sei von Investoren nach Möglichkeiten in Elverlingsen angesprochen worden. „Noch“ könne da nichts angeboten werden, erklärte sie vor ein paar Wochen.

Siedlung mit mehreren Kilometern Zaun abgesperrt

Einen Freizeitpark direkt neben einem stillgelegten Kohlekraftwerk und einer dauerhaft angelegten Klärschlammverbrennung kann sich wohl niemand vorstellen. Bis es zu einer Vermarktung kommt, müssen die verfallenden Häuser vor Eindringlingen geschützt werden.

Die Mark-E hat die gesamte ehemalige Siedlung mit mehreren Kilometern Zaun absperren lassen. Köster warnt vor jeglichem Zutritt: „Es ist wirklich gefährlich. Wir wollen nicht, dass jemand auf unserem Gelände zu Schaden kommt.“

Gelände in Dorf Elverlingsen gerodet

Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten mit der Rodung und den Sicherungsmaßnahmen eine Menge Geld in die ehemalige Siedlung gesteckt. Man sei der Verkehrssicherungspflicht noch stärker nachgekommen als ohnehin schon. Durch das Abholzen sei das Gelände nicht nur für mögliche Käufer übersichtlicher geworden, unerwünschte Besucher können sich nicht mehr so ohne weiteres hinter Bäumen und Sträuchern verbergen.

Der SGV-Wanderweg mit dem Zeichen „W“ bleibe dauerhaft geöffnet. Neben der Schranke für die Fahrzeuge ist ein Personendurchgang eingerichtet worden. Der Spaziergänger kann direkt neben dem Zaun an der Siedlung vorbei zum Beispiel zum Bergfeld in Altena gehen, ohne eine Absperrung überschreiten zu müssen.

Die letzten privaten Grundstücke wurden genau vor zehn Jahren von Mark-E zurückgekauft, der letzte Bewohner zog im Frühjahr 2013 aus.

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Foto-Reise durchs Geisterdorf Elverlingsen

Quelle: wa.de

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