Mark-E steckt 1,8 Millionen Euro in die Wasserkraft

Zunächst wird der in der Mitte zu sehende Turm samt Wehrschild saniert, danach folgt die rechte Seite. Die Bauwerke sind nur durch eine aufgeschüttete Baustraße zu erreichen. Bei Hochwasser ist kein Arbeiten möglich.

WERDOHL ▪ Eine halbe Million Kubikmeter Wasser ist in den vergangenen Tagen aus dem Obergraben der Lenne abgelassen worden. Bis vorgestern war die Lenne bei Wilhelmsthal ein breiter, ruhiger See, jetzt ist der Uferstreifen deutlich sichtbar geworden, im Flussbett sind viele Steine zu sehen. Der Obergraben ist voll mit braunem Schlamm.

Dieses nicht so schöne Bild bietet sich dem Lenne-Freund noch bis Ende des Jahres. Bis zum 23. Dezember will Mark-E die Wehranlage Wilhelmsthal von Grund auf saniert haben. „Stramm“ nennt Dr. Arndt Bohrer das Vorhaben, bis dahin den beiden Türmen mit Tonnen von Beton und Steinen wieder ihre alte Standfestigkeit zurückzugeben. Bohrer ist zum einen als Maschinenbauingenieur im Bereich Erzeugung bei der Mark-E tätig, zusätzlich ist er auch Geschäftsführer der 1999 gegründeten Novastrom GmbH. Die Novastrom ist eine 100prozentige Tochter der Mark-E und für den Bereich der erneuerbaren Energien zuständig.

Mit der Erzeugung von Strom durch Wasserkraft lässt sich offensichtlich Geld verdienen – anders ist die 1,8 Millionen Euro schwere Investition in die vergleichsweise geringe Leistung des Wasserkraftwerkes nicht zu erklären. Die Wehranlage wird durch die Sanierung auch ökologisch aufgewertet – der Bau einer Fischtreppe ist für das Frühjahr geplant – somit ist ab Sommer auch eine höhere Vergütung des erzeugten Stromes durch das Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu erwarten.

2007 wurden an der 1926 errichteten Wehranlage erhebliche Schäden bemerkt. Die Standfestigkeit sei nie beeinträchtigt gewesen, doch der oberflächliche Verfall der Türme musste aufgehalten werden. Das gesamte Bauwerk wird bald mit einer drei bis zehn Zentimeter dicken und Stahlmatten-bewehrten Betonschicht überzogen. In den felsigen Untergrund der Wehranlage wird mit rotierenden Lanzen Zement eingepresst. Auf diese Weise wird eine Art Mauer aus Betonpfählen unter das Bauwerk im Lennebett eingezogen.

Wenn die Betonsanierung planmäßig Ende des Jahres abgeschlossen sein wird, will Novastrom den Obergraben wieder aufstauen – damit die Turbinen im Krafthaus wieder arbeiten können. Januar und Februar soll abgewartet werden, ab März wird eine Fischaufstiegsanlage eingebaut. Dazu wird eine Wasserkraftschnecke installiert, die aus dem Mindestwasserabfluss der Lenne Strom gewinnen wird. Mark-E rechnet für Anfang Mai 2011 mit dem Abschluss der kompletten Maßnahme.

Volker Heyn

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