Ingenieurskunst im Laufwasserkraftwerk

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Die Turbinenspezialisten aus Sachsen passten gestern den Deckel der im Boden eingelassenen Turbine an. ▪

WERDOHL ▪ Die Mark-E-Tochter Novastrom nimmt auch die dritte Turbine im Laufwasserkraftwerk Wilhelmsthal in Betrieb. In diesen Tagen sind Spezialisten aus Sachsen dabei, die gut achtzig Jahre alte Maschine in Gang zu bringen.

„Hut ab vor der Ingenieurskunst. Was die damals gebaut haben, war für die Ewigkeit.“ Instandhaltungsmeister Jens Babucke ist beeindruckt von der Leistungsfähigkeit der Anlagen aus den 1920er Jahren. Nach der umfassenden Sanierung der Wehrtürme und des Oberlaufes Wilhelmsthal gewinnt die Novastrom wieder Energie aus der Lenne. Zunächst wurden im Krafthaus nur die beiden kleineren Turbinen in Betrieb genommen. Die beiden Maschinen leisten je rund 300 Kilowatt.

Weil sich mit der umweltfreundlichen Energiegewinnung aus Wasserkraft wieder Geld verdienen lässt und regnerativen Energien ohnehin zukunftsweisend sind, hatte die Mark-E den weiteren Ausbau des Krafthauses beschlossen.

In den achtziger Jahren war die dritte Turbine stillgelegt worden. Seitdem wartete sie zerlegt auf eine Wiederinbetriebnahme. Vor einiger Zeit wurden die tonnenschweren Teile zur Firma WAS (Wasserkraft-Anlagenbau Stein) nach Döbeln/Technitz gebracht. Die WAS hatte die Ausschreibung gewonnen und sanierte sämtliche Einzeltteile der Turbine.

Montag rückten vier Mitarbeiter aus Sachsen mitsamt zwei Sattelschleppern voller Teile wieder in Wilhelmsthal an. Seitdem sind die Experten dabei, die tonnenschweren Teile einzubauen. Gut zwei Wochen brauchen sie dafür, solange sind die Männer im Haus Werdohl untergebracht.

Das Laufrad und das Gehäuse sind mit dem Kran im Krafthaus platziert worden. Gestern wurde probiert, den riesigen Deckel auf das Laufrad aufzusetzen. Das Wasser treibt im Uhrzeigersinn die verstellbaren Turbinenblätter an und überträgt die Kraft auf eine senkrechte Achse. Auf diese Achse wird ein neues Winkelgetriebe aufgebaut. Das Getriebe erhöht die Drehzahl so, dass damit der ebenfalls neue Generator angetrieben wird. Die Anlage hat eine Leistungsfähigkeit von 500 Kilowatt.

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