„Befreiung“ von Formen und Linien

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Maria Sperling (in Blau) während der Vernissage am Sonntag im Kreise einiger Ausstellungs-Besucher. ▪

WERDOHL ▪ Unter dem im weitesten Sinne zu verstehenden Thema „Befreiung“ präsentiert die seit geraumer Zeit in Werdohl lebende Grafik-Designerin und Malerin Maria Sperling seit Sonntag – und noch bis zum 25. November – im Kleinen Kulturforum eine sorgsam zusammengestellte Auswahl von Bildern unterschiedlicher Formate, die in der Zeit zwischen 2009 und 2012 entstanden sind. Es ist die inzwischen dritte Ausstellung der agilen Künstlerin – und sicher nicht die letzte.

Trugen ihre Anfangswerke noch durchweg gegenständliche Züge, so ist sie inzwischen mit ihren Bildern in einer Phase angekommen, in der sie sich von Formen und festen, vorgegebenen Linien verabschiedet, die Dominanz der Grafik-Designerin mit der ihr eigenen Genauigkeit nach hinten stellt und das Spiel mit Farben und Materialien beginnt.

Der Ausstellungs-Titel „Befreiung“ bekommt damit eine nachhaltige Bedeutung. Ein Wechsel, der beim Betrachter Anklang findet.

Sie habe sich in der Kunst immer weitergebildet, bekannte Maria Sperling in einer kurzen Rede während der Vernissage am Sonntag. Dass es ihr auf so beeindruckende Weise gelungen ist, dürfte zweifelsohne auch ein Verdienst von Annette Kögel sein. Von ihr habe sie viel gelernt, bekannte die Künstlerin – und ihr Einfluss ist beim Betrachten der Bilder auch unverkennbar, wenngleich die Hinwendung zu eigenen Stilmitteln schon sehr deutlich und zunehmend bestimmend wird.

Die Loslösung von Formen sei ihr Ziel, so Sperling. Dass dies – bislang jedenfalls – noch nicht ganz gelingt, lassen ihre Arbeiten zum Teil erkennen.

Maria Sperling arbeitet mit unterschiedlichen Materialien – wie Papier, Draht, Spachtelmasse, Stoff, Mullbinden (um Strukturen zu schaffen), Kaffeemehl oder auch Bindfaden.

Die Ergebnisse sind beeindruckend und münden auch hier wiederum in das Motto der Ausstellung, wenn man ein langsam aufplatzendes Korsett als Beispiel für die „Befreiung“ anführt. Die Form als solche ist also noch da. Aber sie wird weicher, vieldeutiger. Die Farben und Materialien suchen sich in ihrer Kombination mehr und mehr Freiraum.

Zu sehen ist die Maria Sperling-Ausstellung noch bis Sonntag, 25. November, jeweils montags bis donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 15 Uhr. Am Dienstag, 6. November, und am Sonntag, 11. November, ist die Ausstellung allerdings geschlossen.

Von Rainer Kanbach

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