Zeppelin: Biografie eines gescheiterten Luftschiffs

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Susanna Kolbe hielt einen Vortrag zum Zeppelin-Unglück in Weilburg. Zahlreiche Gäste waren dazu ins Kleine Kulturforum gekommen.

Werdohl - „Am Berg gestrandet“ hieß nicht nur das Referat der Marburger Ethnologin Susanna Kolbe, das am vergangenen Freitagabend zahlreiche Gäste in das Kleine Kulturforum im Bahnhof gelockt hat. Die Autorin hat hierzu, nämlich zum Absturz des Zeppelins mit der Bezeichnung LZ 5 an einem Berg in Weilburg in der Nähe von Fulda, ein Buch mit eben diesem Titel verfasst. Es erschien zum 100-jährigen Jahrestag dieses Ereignisses, das sich im Jahr 1909 ereignet hat.

Die Veranstaltung markierte den Auftakt zu einem Vortragsprogramm rund um die Ausstellung „Der Tag von Echterdingen“. Sie ist noch bis zum 1. September, ebenfalls im Kleinen Kulturforum, zu sehen. Dabei hatte der Vortrag der Ethnologin gar nichts mit dem LZ 4 zu tun, der im Mittelpunkt der Ausstellung steht, sondern mit dessen Nachfolger. Der Grund: „Wir wollen aufzeigen, dass es ganz parallele Entwicklungen und Geschichten gab“, so Ausstellungsmacher Moritz-Adolf Trappe.

Ihr Interesse, so die Referentin, begann mit einem Bild und einigen Presseberichten, die zu diesem Unglück erschienen sind. Die Fotografie zeigte die Außenhülle und das Aluminumgerippe des deformierten Zeppelins, der sich wie ein übergroßer Fisch um einen Felsen windet.

Aus diesem Impuls heraus verfasste Susanna Weilburg eine „Biografie“ dieses speziellen Zeppelins. Das Unglück beschrieb sie wie folgt: „Das stolze Schiff, das noch vor 24 Stunden so tapfer gegen Wind und Wetter gekämpft hatte, hing zerschmettert an den Bäumen; ein Wirrwarr von verbogenen Aluminiumstangen und Leinwandfetzen.“

In ihrer Mischung aus Vortrag und Lesung ging es auch um die sogenannte Bewährungsfahrt des LZ 5. Sie dauerte rund 21 Stunden und führte das Luftschiff mehr als 600 Kilometer weit. Überall wo sich der Zeppelin zeigte – sei es durch einen Überflug oder eine Landung – sammelten sich Schaulustige, um das Spektakel zu verfolgen.

Auch nach dem Unglück des LZ 5 an einem Berg in Weilburg sei dies nicht anders gewesen. Während Soldaten – das Luftschiff war in militärischen Diensten – den Zeppelin demontierten, bildeten sich Menschentrauben, um das abgestürzte Luftschiff zu bestaunen.

Die demontierten Teile, ergänzte der Werdohler Trappe, seien später dann nicht nur nach Köln zur Aufbereitung transportiert worden, sondern sicherlich auch in Werdohl gelandet.

Weiter im Vortragsprogramm geht es am Donnerstag, 15. August, mit dem Titel „Im Flug durch die Zeit“ sowie einer Bilderreise mit Peter Riecke und seiner Laterna Magica in der Goldbäckerei Grote. Eine zusätzliche Spätvorstellung ist am Donnerstag, 22. August, geplant. An diesem Tag ist die Ausstellung zwischen 18 und 22 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Ein letzter Vortrag steht dann am Mittwoch, 28. August, auf dem Programm.

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