Manni hinterlässt Spuren

In Eberhard Schultes Wald hinterließ Sturm Manni schweren Schaden. - Foto: Benninghaus

WERDOHL -  Er kam am 20. Juni, dauerte 20 Minuten und hinterließ Spuren, die den Waldbesitzern jede Menge Arbeit und immensen Schaden bescherte. Sturm Manni tobte vor einem Monat nur kurz in NRW, dafür aber heftig. Für Eberhard Schulte, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Werdohl, sind Mannis Folgen sogar noch schlimmer als die von Sturmtief Kyrill.

Mit mehreren tausend Festmeter Sturmschaden hat Schulte seit besagtem Junitag zu kämpfen. Die Bäume in seinem Besitz wurden von der Wucht des Gewittersturms umgeworfen, vielfach brachen sie auch ab. Im Wald liegen die riesigen Stämme nun kreuz und quer, manche Bäume stehen noch unter Spannung und sorgen so für Gefahr. „Ich bin hier überfordert“, sagt Schulte. Seine Geräte reichen ebenso wenig wie die externer Unternehmer nicht aus, um die Stämme zu bergen und abzutransportieren.

Durch die Hanglage im Husberger Tal wird die Arbeit besonders erschwert. Sie stellt eine besondere Herausforderung dar, weiß auch der Leiter des Märkischen Regionalforstamtes Bernd Schmitt. In einer Breite von einem Kilometer sei der Gewittersturm aus südwestlicher Richtung von Meinerzhagen und Kierspe kommend über Brünninghausen, Augustenthal, Wettringhoff und Werdohl hinwegfegt.

Dass der entstandene Schaden schnell beseitigt werden muss, hat jetzt im Sommer einen nicht unerheblichen Grund: Borkenkäfer finden mit den umgestürzten Bäumen ihre Leibspeise. Für die Forstwirtschaft sind die Insekten die gefährlichsten Schädlinge. Die Waldhygiene ist wichtig, damit sich die Käfer nicht auch in die Rinde gesunder Bäume einnisten. Daher ist nun Eile beim Abtransport des Holzes geboten. Ein Vorteil für die Waldbesitzer: Die Nachfrage nach Holz ist groß. „Wir können gar nicht so viel Holz zur Verfügung stellen, wie die Betriebe gerne hätten“, so Bernd Schmitt. 120 000 Festmeter Holz sollen in seinem gesamten Bezirk in diesem Jahr verarbeitet werden. 20 000 Festmeter würden nun nach dem Sturm aufgearbeitet.

Viel Arbeit wartet im Werdohler Wald daher auch auf Kevin Hauser. Er ist der neue Leiter des Forstbetriebsbezirks Werdohl und muss sich jetzt vor allem um die Koordination der Holzabfuhr kümmern. Im Husberger Tal werden in Kürze auch Waldexperten aus der Schweiz erwartet. Sie sind erfahren in der Arbeit an besonders steilen Hängen. Mit einem Seilkran sollen die Holzstämme von ihnen geborgen werden.

Von Simone Benninghaus

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