Keine Kurse mehr

Mangelndes Interesse: So geht es mit der Kunstwerkstatt weiter

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Kreativität stand während der Kurse in der Kunstwerkstatt stets an erster Stelle. Die Kinder und Jugendlichen hatten viel Spaß bei der Arbeit, auf diesem Foto sind Nachwuchskünstler zu sehen, die Rentiere für die Weihnachtsdeko kreieren.

Werdohl - In der Kunstwerkstatt im Bahnhof (Kuba) werden auch weiterhin keine Kurse mehr angeboten.

„Wir schließen die Kuba nicht, aber wir lassen sie aufgrund von mangelndem Interesse auch in Zukunft ruhen“, erklärt Bürgermeisterin Silvia Voßloh auf Anfrage der Redaktion. 

Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatte die Leiterin der Kunstschule, die Werdohler Künstlerin Annette Kögel, den Beginn der Ruhephase angekündigt, die zunächst voraussichtlich bis Sommer dieses Jahres andauern sollte. 

Anfangs sehr erfolgreich

Dabei sah es anfänglich ganz anders aus: Nachdem das sanierte Werdohler Bahnhofsgebäude im Juni 2013 eröffnet worden war, lief es in der Kuba sehr erfolgversprechend an: Die Schnuppertage waren sehr gut besucht, und auch die Ferienworkshops waren schnell restlos ausgebucht. 

Doch das änderte sich im Laufe der Zeit. Schon 2017 hätten immer weniger Kinder und Jugendliche die Angebote in der städtische Einrichtung am Bahnhof wahrgenommen, berichtete Annette Kögel im vergangenen Jahr: „Für mich als Künstlerin und Dozentin ist es natürlich traurig, wenn das Angebot nicht angenommen wird“, stellte sie damals fest. 

Immer weniger Besucher

Warum immer weniger Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 14 Jahren ins Bahnhofsgebäude kamen, konnte sich die Künstlerin nicht erklären. Und auch Bürgermeister Silvia Voßloh kann nicht verstehen, dass das Kuba-Angebot so wenig Resonanz findet. „Annette Kögel ist als Kursusleiterin beliebt. Sie ist auch in der Nachbarstadt Neuenrade in der Kinderkunstschule (Kiku) aktiv. Dort sieht es ganz anders aus. Das Interesse ist groß“, stellt die Bürgermeisterin fest. 

In Werdohl hätte nur etwa eine Handvoll Kinder gerne weiterhin regelmäßig die Kuba besucht. „Das ist einfach zu wenig, um die Angebote fortführen zu können“, bedauert Silvia Voßloh. Der kunstinteressierte Nachwuchs aus Werdohl habe sich nun nach Neuenrade orientiert. 

Kooperation mit Kindergärten und Schulen

In der Kuba fanden nicht nur regelmäßige Kurse und Ferienangebote statt, auch Kooperationen mit Kindergärten und Schulen hatte es im Laufe der Zeit immer wieder gegeben. So entstand beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Werdohler Realschule ein imposantes Kunstwerk: Jugendliche erstellten unter Anleitung der Kuba-Leiterin eine 10 Meter lange und 50 Zentimeter hohe Leinwand während eines Projektes, das im Rahmen des NRW-Landesprogramms „Kultur und Schule“ durchgeführt und gefördert wurde. 

Diverse Buswartehäuschen im Stadtgebiet wurden im Rahmen eines Kuba-Projektes von Annette Kögel und kunstinteressierten Werdohler Jugendlichen zu besonderen Schmuckstücken umgestaltet. 

Voßloh: Bereicherung für die Stadt

Die Kuba sei auch aus diesem Grund eine echte Bereicherung für die Stadt gewesen, stellt die Bürgermeisterin fest. Auch deshalb möchte sie die Einrichtung noch nicht gänzlich aufgeben: „Jetzt zu erklären, dass das Projekt Kuba für alle Zeiten gescheitert ist, würde mir zu schwer fallen. Die Wünsche und Interessen der Werdohler können sich schließlich ändern – und wir können die Kuba bei Bedarf reaktivieren“, stellt sie fest. 

Allerdings sei die Kunstwerkstatt jetzt schon einmal gründlich gereinigt worden, sämtliche Spuren der Nachwuchskünstler wurden beseitigt. „Somit haben wir sichergestellt, dass wir den Raum jetzt auch anders nutzen können“, unterstreicht die Bürgermeisterin. Entsprechende Pläne gebe es allerdings noch nicht.

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