Manfred Beiske kritisiert den Edeka-Investor

Manfred Beiske vom WK Warenhaus stellte sich den Fragen der Gäste des Bürgerstammtisches. Das Gespräch wurde von Dr. Hans-Joachim Hultsch (r.) moderiert.

WERDOHL ▪ Manfred Beiske hat am Montag beim Bürgerstammtisch seine Kritik am Investor der Insel-Immobilie wiederholt. In Nordrhein-Westfalen sei der Kampf um Standorte zwischen dem Marktführer Rewe und der Edeka entbrannt. Beiske, Geschäftsführer des WK-Warenhauses mit einer Rewe-Lebensmittelabteilung: „Ob das für die Standorte gut ist, weiß ich nicht.“

In Werdohl könne jeder ausreichend Lebensmittel in jeder Preisklasse kaufen. Der Markt sei gesättigt. Wenn der Edeka öffne, würden die Umsätze zu Lasten aller zurückgehen. Aus anderen Städten komme niemand nach Werdohl, um Lebensmittel zu kaufen. Zudem sinke die Einwohnerzahl Werdohls immer weiter, auch das Durchschnittseinkommen sei niedrig. Den Investor interessiere nicht, was mit dem Neubau nach Ablauf der Mietbindung geschehe. Der Investor habe schließlich sein Geschäft gemacht. Ausdrücklich nahm Beiske aber die Werdohler Lokalpolitik in Schutz, die Ratsleute hätten sich viele Gedanken gemacht und hätten sich vermutlich auch nicht anders entscheiden können. Beiske: „Wer heute alles will, hat morgen vielleicht nichts mehr.“

Ein solches Zentrum am Bahnhof schadet Beiskes Meinung nach der gesamten Innenstadt. Der großflächige Einzelhandel im Insel-Gebäude genieße Bestandsschutz: „Ein so großer Neubau würde heute vermutlich nicht mehr ohne weiteres genehmigt“, sagte Beiske. Die NRW-Landesregierung betrachte die Ansiedlung großflächiger Geschäfte außerhalb der Zentren mittlerweile sehr kritisch. In zehn Jahren werde der Verteilungskampf in Werdohl vielleicht so entschieden, dass dann weder der Edeka noch das WK existiere. Beiske: „Heute sind wir zufrieden, morgen wird der Markt neu verteilt.“

Direkt widersprach Bahnhofs-Apotheker Schwarz: „Wir haben ein funktionsfähiges Bahnhofsviertel, wir freuen uns auf den neuen Markt.“ Schon jetzt profitiere Werdohl vom Edeka-Engagement, weil das WK angesichts der zukünftigen Konkurrenz die Lebensmittelabteilung modernisiert habe.

Kritik an geplanten Parkgebühren

Kritisch sahen nahezu alle Bürgerstammtischler, dass in Zukunft in Werdohl Parkgebühren verlangt werden. Darauf angesprochen sagte Beiske, dass das WK seinen Parkplatz und das Parkhaus vor Freiparkern sichern müsse: „Das kostet uns viel und bedeutet Ärger für die Leute.“ Bislang sei freies Parken ein Standortvorteil gewesen.

Direktes Interesse am Kauf des Hauses des Stadtmuseums habe das WK nicht. Ein Abriss und die Umwandlung in Parkplätze sei finanziell zu aufwändig. Die Frage, ob es Pläne gebe, das WK auf dem bestehenden Parkplatz zu erweitern, verneinte Beiske.

Von Volker Heyn

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