In der Manege aufgewachsen

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Deborah, Jolina und Angela zeigen, was sie können. ▪

WERDOHL ▪ „Ich könnte mir nicht vorstellen, einen anderen Beruf auszuüben oder in einem Haus zu wohnen.“ Die 17-jährige Angela Lauenburger liebt das Zirkusleben. Sie und ihre Familien gastieren momentan mit dem Zirkus Bravo auf dem Schützenplatz.

Obwohl die Lauenburgers offiziell in Aurich gemeldet sind, ändert sich ihre Adresse jede Woche. Sie ziehen von Ort zu Ort durch ganz Deutschland und versuchen die Menschen mit ihren Kunststücken zu begeistern.

Der Zirkus ist ein reiner Familienbetrieb, bestehend aus Angelas Großeltern und Eltern sowie ihren beiden Schwestern. Selbst die Urgroßeltern waren schon als Artisten auf Reisen. Und auch die jüngsten Lauenburgers sind mit Begeisterung dabei. Angela führt zum Beispiel Kunstsstücke auf dem Drahtseil vor. Gelernt hat sie das alles von ihrer Mutter Diana. Wie die einzelnen Nummern im Zirkus funktionieren, wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Kinder wachsen von klein auf in das bunte Artistenleben hinein. Diana Lauenberger steigt heute nicht mehr aufs Drahtseil, sondern unterstützt ihre Familie als Ansagerin oder zusammen mit ihrem Mann und Angela bei einer Messerwurf-Nummer.

Die 16-jährige Deborah kann vor allem gut mit Tieren umgehen. In der Manege zeigt sie, was für Tricks sie den Ponys oder Ziegen beibringen kann. Die Arbeit mit den Vierbeinern sei zwar nicht immer ganz einfach: „Jedes Tier hat seinen eigenen Kopf.“ Aber mit viel Geduld und Ruhe bekommt Deborah sie immer in den Griff. Außerdem hat sie sich selbst das Jonglieren beigebracht – eine Leistung, die auch ihrer älteren Schwester Respekt abverlangt: „Dabei ist so mancher Schweißtropfen geflossen.“

Auch die neunjährige Jolina fühlt sich in der Manege zuhause: Sie zeigt beim Bodenturnen und im Ring, das vergleichbar mit einem Trapez ist und vom Zeltdach herunterhängt, was sie kann.

Neben Ponys, Lamas, einem Kamel, Ziegen und Alpacas geht aber auch Tigerpython Otto mit Familie Lauenburger auf Reisen. Das gelb-gemusterte Tier eignet sich allerdings weniger für Kunststücke. Stattdessen dürfen es die Zirkusbesucher vorsichtig streicheln. Besonders Mutige können sich die Schlange zudem einmal um den Hals legen lassen.

Die großen Wohnwagen und -mobile, mit denen die Familie unterwegs sind, sind innen so geräumig und gemütlich eingerichtet, dass man beinahe vergessen könnte, dass es sich dabei nicht um eine Wohnung handelt. Und Familie Lauenburger ist so überall zu Hause. Meistens halten sie sich in den Städten, die sie besuchen, eine Woche auf. Im Vorfeld muss erst einmal ein geeigneter Platz für Zelt und Wagen gefunden werden. Dann geht es an den Aufbau, der ungefähr dreieinhalb Stunden in Anspruch nimmt. In kleineren Städten verweilt der Zirkus Bravo nur einige Tage, in größeren schon mal zwei Wochen. Vor Ort gehen Angela, Jolina und Deborah auch zur Schule – wenn nicht gerade Ferien sind.

Wenn Angela erzählt warum sie das Zirkusleben so liebt, erscheint ein glückliches Lächeln auf ihrem Gesicht. Es sei einfach schön, durch ganz Deutschland zu reisen und immer neue Leute kennenzulernen. Und: „Wenn du in der Manege bist, bist du die Hauptattraktion und alle klatschen für dich.“

Heute um 16 Uhr findet die Premierenvorstellung des Zirkus Bravo auf dem Schützenplatz statt. An diesem Familientag gibt es vergünstigte Eintrittskarten. Freitag und Samstag finden die Vorstellungen ebenfalls um 16 Uhr, am Sonntag um 14 Uhr statt. ▪ Andrea Mackenbruck

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