„Man nannte uns auch die Flegelklasse“

Der Entlassjahrgang 1960 der Gemeinschaftsschule Stadtmitte besuchte sein altes Klassenzimmer und erinnerte sich an so manchen Schabernack.

WERDOHL ▪ Mit einem Blick aufs Klassenfoto wird klar, das waren noch andere Zeiten. Zeiten, in denen die Lehrer noch in Knickerbockern unterrichteten und die Schüler bei Vergehen vom Rektor auf dem Schulhof zusammengetrommelt wurden. Jetzt, 50 Jahre später, hat sich in den Schulen viel verändert, wie die ehemaligen Schüler der Gemeinschaftsschule Stadtmitte feststellen konnten.

Am Samstag veranstaltete der Entlassjahrgang 1960 sein zweites Klassentreffen im Ütterlingser Krug. Von den ehemals 25 Schülern waren 13 gekommen. „Wir haben uns vor 25 Jahren zum letzten Mal gesehen“, erklärte Sieglinde Mycer.

Zusammen mit Brigitte Hampl und Manfred Köhler hatte sie das erneute Klassentreffen auf die Beine gestellt. Und dieses Mal sogar mit einer besonderen Überraschung für die ehemaligen Klassenkameraden: Den Besuch des alten Klassenzimmers in der jetzigen evangelischen Grundschule Ütterlingsen. „Wir waren da seit 50 Jahren nicht mehr drin“, freuten sich die Ehemaligen. „Sind denn die alten Tische noch da?“, wollte Gertie Strempel als Erstes wissen.

Der frühere Klassenraum wird heute allerdings nicht mehr als solcher genutzt, sondern bietet Raum für die Hausaufgabenbetreuung. Die alten Tische und Stühle sind mittlerweile natürlich ausgetauscht. Trotzdem war die Freude groß – die alten Plätze wurden gesucht, die neuen Stühle ausprobiert. Und beim Schwelgen in alten Erinnerungen tauchten auch handfeste Beweise wieder auf. Wie ein Zeitungsartikel von Brigitte Hampl, der am 12. März 1960 in unserer Zeitung abgedruckt wurde. In dem Text ärgert sich das junge Mädchen darüber, die zerkratzten und bemalten Tische im Klassenraum selbst abziehen zu müssen. Mit Glasscherben. Die neue Lackfarbe musste dann auch noch vom eigenen Taschengeld bezahlt werden. „Man nannte uns auch die Flegelklasse“, erinnert sich Hampl.

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