Mairéad Ní Mhaonaigh verzaubert Werdohl

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Mairéad Ní Mhaonaigh und Ciaran Tourish, zwei virtuose Musiker, die ihr Handwerk an der Violine verstehen.

WERDOHL - Sie spielten im Weißen Haus, ihr Konterfei ziert eine irische Briefmarke, sie gelten als Denkmal irischer Kultur – und sie traten in Werdohl auf. „Ein ganz besonderes Erlebnis“, drückte ein Konzertbesucher am Freitagabend seine Bewunderung aus, nachdem Altan das offensichtlich begeisterte Publikum mit unverfälschtem irischen Flair infiziert hatte.

„Gotti“ Brinkmann, der dafür gesorgt hatte, dass die irische Kultband um Fronfrau Mairéad Ní Mhaonaigh während ihrer Tour durch den deutschsprachigen Raum Station in der Lennegemeinde machte, war die Verzückung ins Gesicht geschrieben. Offensichtlich fühlte er sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass Altan zum Besten zählt, was die Insel musikalisch zu bieten hat. Moya Brennan hatte der Irland-Freund bereits nach Werdohl gelockt und jetzt Altan, ein Quintett, das von der unvergleichlichen Stimme ihrer Fronfrau Mairéad Ní Mhaonaigh geprägt ist. Eine Stimme, so hoch und klar, die eine Seele streicheln kann, den Alltag verdrängt, das Herz für die schönen Dinge dieser Welt sensibilisiert. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob sie eine ruhige Ballade oder einen fetzigen Folk-Song zum Besten gibt.

Mehr als verständlich, dass das bunt gemischte Publikum die fünf hochkarätigen Musiker nach rund zwei Konzertstunden nicht einfach von der Bühne ließ. „Stand up, it‘s a party“ hatte Mairéad Ní Mhaonaigh das Auditorium in der authentisch illuminierten St.-Michael-Kirche zum Ende des Konzerts zuvor animiert, mitzumachen. Und das war der Einladung erst zögerlich, dann aber umso lieber gefolgt. Denn wie es der Frontfrau anzumerken war, man kann seine Füße und Emotionen bei solch eingängigen Klängen schwer bändigen. Also stand Werdohl auf, genoss erst die ganze Bandbreite irischer Musikkultur, dann die abwechslungsreichen Zugaben und ein letztes Mal die außergwöhnliche Klasse des irischen Quintetts.

Sie sind Weltstars, haben fast überall auf dem Globus bereits Bühnen und die Herzen ihrer Zuhörer erobert. Und sie haben sich in Werdohl wohlgefühlt. Das schien nicht gespielt, Altan wirkte ehrlich. Ihre Freude am Musizieren, am harmonischen Wechselspiel mit dem Publikum ist spürbar. Und das fiel wohl nicht nur „Gotti“ auf, der sich mit einem Blumenstrauß für das Gastspiel bedankte.

Das Altan-Konzert war ein ganz besonderes Erlebnis, so wie es manch Zuhörer im Nachhinein zusammenfasste. Es sind die verschiedenen Zutaten, die ein Event zu einem besonderen werden lassen. Da ist an zweiter Stelle, direkt nach den Musikern, die Location. Die Sound- und Lichttechniker reizten die Gegebenheiten des Gotteshauses aus, um eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Dabei war es egal, ob man direkt neben der Bühne auf dem Fußboden oder in einer der hinteren Reihen Platz genommen hatte. Altan berührte sie alle, dabei spielten Entfernungen absolut keine Rolle. Distanz schien den Bandmitgliedern ohnehin ein Fremdwort zu sein. Sie gaben fleißig Autogramme, signierten die begehrten CDs und tauschten sich mit ihren Fans über Werdohl, das Sauerland und natürlich Irland aus: Stars zum Anfassen.

Von Markus Jentzsch

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