Maik Trautmann zum Prädikanten ernannt

Maik Trautmann hielt eine mitreißende Predigt.

WERDOHL ▪ Es gab Gemeindemitglieder, die fühlten sich bei der Predigt von Maik Trautmann spontan an Don Camillo erinnert – an jenen schlagfertigen und schlitzohrigen Priester, der (sei es im Buch oder Film) immer wieder mit Jesus ins Gespräch kommt und nötigenfalls von ihm kritisiert und auf den richtigen Weg gebracht wird. Von Annabell Niemand

Trautmann, der Ende der Woche 47 Jahre alt wird, träumte bereits seit seinem 15. Lebensjahr davon, Laienprediger zu werden. Mehr als 30 Jahre später ist sein Wunsch nun in Erfüllung gegangen. Ein Jahr lang ist er ausgebildet worden. Am Sonntagabend ist er in der evangelischen Friedenskirche in Eveking in sein Amt als Prädikant eingeführt worden.

Der Superintendent des Kirchenkreises Lüdenscheid, Klaus Majoress, beauftragte ihn mit dem Dienst, das Wort Gottes zu den Menschen zu bringen. Er lobte: „Schon die Probepredigt im Januar hat gezeigt, dass der Verkündigungsdienst bei ihm eine Herzensangelegenheit ist.“ Zudem betonte Majoress, dass Trautmann der erste Prädikant in der evangelischen Kirche von Westfalen sei. Die Bezeichnung Laienprediger wird seit Anfang des Jahres nicht mehr geführt.

Während des Vokationsgottesdienstes gaben Trautmann gleich 14 Pfarrer, Mitarbeiter der Gemeinde und Freunde Segenswünsche mit auf den Weg. Sie stellten sich im Halbkreis vor ihn, im Rücken saß die Gemeinde. Ein Akt mit Symbolwirkung, wie Pfarrer Dirk Grzegorek erklärte: „Es ist wichtig für Maik, dass er die Rückendeckung von uns allen spürt.“ Schließlich war es die Gemeinde, die ihn für das Amt vorgeschlagen und entsandt hatte.

Warum sie ihn wählten, machte Trautmann bei seiner ersten offiziellen Predigt als Prädikant deutlich. Dafür wählte er eine kreative Idee – womit wir wieder bei Don Camillo wären. Er inszenierte ein kleines Schauspiel, einen Dialog zwischen sich selbst und Jesus.

Trautmann erzählte von seiner ersten Predigt: „Ich will nicht sagen, dass sie perfekt ist, aber nah dran.“ Immerhin bestehe sie aus Einleitung, Hauptteil und Schluss und verfolge einem roten Faden. Darauf Jesus knapp: „Aha.“ Er ist anderer Meinung. Die beiden kommen ins Gespräch. Zwischen den Zeilen wird dabei deutlich, was Trautmann sagen will: Dass Jesus nicht nur Theorie ist, dass er den Menschen in ihrem Alltag begegnet. Sagen sie „Ja“ zu Jesus, könne in ihnen etwas passieren, etwas wachsen.

Was die Gemeinde zu hören und sehen bekam, war lebendig. Das unterstützt Trautmanns These: „Man kann nicht predigen, wenn es nicht authentisch ist. Es muss von Herzen kommen.“ In erster Linie wird er von nun an in der evangelischen Kirchengemeinde Werdohl predigen, wann und wie oft, steht nicht fest.

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