Maibaum zieht ins Winterquartier

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Die bunte Krone kommt zum Überwintern ins Trockene.

WERDOHL -  Ein paar kräftige Hände und einige PS waren nötig, um den Maibaum neben dem Schützenheim in Altenmühle in sein Winterquartier zu befördern. Das Frühlingssymbol wurde am Freitagnachmittag mit vereinten Kräften von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins, den Versetaler Schützen und dem SGV „gefällt“.

Sicherheitsseile wurden gespannt, eins von dreien an der Anhängerkupplung eines Autos befestigt, dessen Fahrer lautstarke Anweisungen bekam, und fünf weitere Männer an den verbliebenen Seilen positioniert, um den Maibaum kontrolliert absenken zu können. Nach nur wenigen Minuten senkte sich der meterlange Stamm allmählich gen Boden. Das obere Drittel kam sachte auf einem aufgeschütteten Steinberg zum Liegen – wie geplant, damit die bunte Krone des Schmuckstücks beim „Aufschlag“ nicht zerstört wurde. Das Tannengebinde mit den bunten Stoffstreifen montierten die Helfer ab, und brachten es ins angestammte Winterquartier. Am 30. April kommenden Jahres, soviel steht bereits fest, wird der Maibaum neben dem Schützenheim in Altenmühle wieder aufgestellt, und die langjährige Tradition fortgeführt.

Das Brauchtum ist in vielen Teilen Europas verbreitet, auch wenn die ursprüngliche Bedeutung mittlerweile stark aufgeweicht wurde. Die Geschichte besagt, dass unverheiratete Männer eines Dorfes vor den Häusern aller unverheirateten Frauen kleinere Maibäume, sogenannte Maien, als „Gunstbeweis“ aufstellen. Der Maibaum bleibt einen Monat lang stehen, dann wird er von demjenigen wieder abgeholt, der in aufgestellt hat – und erhält, wenn die Frau ihn mag, eine Einladung zum Essen, oder eine Kiste Bier. - sr

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