Zupforchester begeistert

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Die in der St. Michael-Kirche vorgetragenen Kompositionen reichten vom Barock bis hin zur Interpretation des legendären Popstückes „Music“ von John Miles. ▪

WERDOHL ▪ Mit einem stimmungsvollen Konzert hat das Märkische Zupforchester am Sonntagnachmittag in der St. Michael-Kirche an der Neustadtstraße einen Bogen von über 300 Jahren Musikgeschichte gespannt. Die vorgetragenen Kompositionen reichten vom Barock bis hin zur Interpretation des legendären Popstückes „Music“ von John Miles.

Die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Kirsten Amrhein lieferten einen eindrucksvollen Gegenbeweis zu der These, die Mandoline und ihre verwandten Instrumente seien vorwiegend engelhafte „Weihnachtsinstrumente“. „Es gibt nicht nur ein liebliches Tremolo und das war es dann. Uns geht es darum zu zeigen, wie vielfältig die Klangmöglichkeiten sind“, sagte die musikalische Leiterin, die gemeinsam mit der mehrfachen Jugend-musiziert-Bundespreisträgerin Sarah Zajusch zum Abschluss des virtuoseren ersten Programmteiles ein brillantes Duett zu Gehör brachten.

Bei der Intonation des programmatischen Stückes „Visions“ aus der Feder des zeitgenössischen französischen Komponisten Sébastien Paci beeindruckten die beiden Musikerinnen: Ihre Finger flogen über die Saiten der Mandola (Amrhein) und Mandoline – stilistisch gingen klassische und moderne, teilweise gar rockige Elemente ineinander über.

Das gut aufeinander abgestimmte Zusammenspiel des gesamten Orchesters zeigte sich im Concerto-G-Dur des barocken italienischen Komponisten Cristoforo Signorelli und des deutschen Komponisten Konrad Wölki, der in der Weimarer Republik in Berlin ein Zupforchester gegründet hatte aus dem später die Berliner Lautengilde hervorging.

Mit Hintergrundinformationen zu den dargebotenen Stücken versorgte Orchestermitglied Manfred Bote die Zuhörer. Eine Beethoven-Sonatine, dargeboten von Ina Friesen (Mandoline) und Sarah Zajusch (Gitarre), japanische Klänge aus der Feder von Yasuo Kuwahara, englische Programmmusik von Eileen Pakenham und eine osteuropäische Czardas komplettierten das Programm.

„Wir wollen eine gute Mischung aus Jung und Alt schaffen. Da die Mandoline nur selten an Musikschulen unterrichtet wird, ist es für uns natürlich nicht immer einfach, Nachwuchs zu bekommen. Wir sind froh, dass wir generationenübergreifend auftreten können“, äußerte die musikalische Leiterin Amrhein. Im mit erster, zweiter Mandoline, Mandola sowie Cello und Bass mehrstimmig besetzten Orchester reicht das Altersspektrum der Musikerinnen und Musiker von 18 bis 80 Jahre. Ein Teil des Konzerterlöses vom vergangenen Samstag ging an den Orgelbauverein der katholischen St. Michael-Gemeinde Werdohl.

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