Großartiger Beitrag zum Luther-Jubiläumsjahr

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Unter dem präzisen Dirigat von Thomas Grote lieferte das Märkische Jugendsinfonieorchester am Samstagabend im Festsaal Riesei ein beeindruckendes onzert mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und John Rutter ab.

Werdohl - Dem Jugendsinfonieorchester des Märkischen Kreises (MJO) sei Dank: Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssinfonie und seiner Choralkantate „Vom Himmel hoch“ über das bekannteste Weihnachtslied Martin Luthers leisteten die jungen Musiker unter dem präzisen Dirigat von Thomas Grote einen großartigen Beitrag zum Jubiläumsjahr des Protestantismus.

Einen Beitrag, der weit mehr sittlichen Ernst zu bieten hatte als das weichgespülte Sakropop-Oratorium „Luther“, das in diesem denkwürdigen Jahr durch Deutschland wabert. Das Motto für das Konzert des MJO lieferte der Reformator höchstselbst: „Musik ist ein reines Geschenk“.

Es war Bariton Peter Amadeus Schneider, der den intensiven Beifall der rund 250 Besucher im Festsaal Riesei durch sein fachkundiges Urteil ergänzte: „Dieses Orchester spielt auf einem erstaunlichen Niveau“, kommentierte der ehemalige Bürgermeister von Nottuln die großartige Leistung der jungen Musiker, als seine Stimme bei Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 5 d-Moll (op. 107) vorübergehend nicht gefragt war.

Kunstvoll fügte Mendelssohn kirchenmusikalische Motive im „Andante – Allegro con fuoco“ seiner Reformationssinfonie ineinander – keine leichte Übung für das Orchester, das ein wunderbares Stück Musik auf höchstem Niveau präsentierte. Sanfte Streicherklänge, die den Eindruck eines noch ruhigen Landes vermittelten, wurden durchbrochen von Fanfarenklängen der Bläser, die Neues ankündigten. Nach dem etwas beschaulichen zweiten Satz führte der dritte hin zum kraftvollen Schlusssatz, der in immer neuen Anläufen Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ variiert.

Noch einmal Weihnachtsstimmung

Stephan Quandel, der wieder einmal fachkundig durch das Programm führte, nannte Luther selbst einen „musikbegabten Menschen“ und erinnerte an die bedeutende Rolle, die die Haltung des Reformators für die Geschichte der protestantischen Kirchenmusik spielte: „Er war der Meinung, dass Musik etwas vermag, was sonst nur die Theologie kann.“

Sopranistin Hanna Zumsande übernahm in der Choralkantate des Luther-Liedes „Vom Himmel hoch“ einen Solopart.


Und so kehrte noch einmal freudige Weihnachtsstimmung im Festsaal Riesei ein: „Vom Himmel hoch“ sang die Evangelische Kantorei Iserlohn – allerdings nicht das bekannte Kirchenlied von Martin Luther, sondern eine von Felix Mendelssohn Bartholdy kunstvoll bearbeitete Choralkantate des Luther-Liedes. Gut gewählt waren dabei die beiden Solisten Hanna Zumsande und Peter Amadeus Schneider, die der gelungenen Zusammenarbeit von Orchester und Chor das i-Tüpfelchen aufsetzten. A-cappella sang der Chor noch zwei weitere Motetten von Felix Mendelssohn.

Mitreißende Rhythmen

Zeitgenössische Sakralmusik stand nach der Pause auf dem Programm: John Rutters Magnificat, das sich seit 1990 durch seine eingängige Tonsprache und seine mitreißenden Rhythmen zu einem beliebten Chorstück entwickelt hat. Gewaltig kam der Eingangssatz daher. Solistin Hanna Zumsande sang im vierten und im sechsten Satz von Barmherzigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Gottes Verheißung an das Volk Israel, bevor im Schlusssatz noch einmal die leidenschaftliche Dramatik des Beginns wiederkehrte. Für den Beifall bedankten sich Chor und Orchester mit einem weiteren Stück von John Rutter: Einem „Christmas Carol“, bei dem noch einmal die warmtönende Bruststimme von Peter Amadeus Schneider zu hören war.

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