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Märkischer Kreis greift durch: Asphaltkocher an der Schlacht stillgelegt

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Von: Volker Heyn

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Bis Mittwochnachmittag betrieb die Fernmeldbaufirma Lübben auf dem Gelände in der Schlacht zwei Asphaltaufbereitungsanlagen. Für die Anlagen gab es keine Genehmigungen, der Märkische Kreis legte sie deshalb still.
Bis Mittwochnachmittag betrieb die Fernmeldbaufirma Lübben auf dem Gelände in der Schlacht zwei Asphaltaufbereitungsanlagen. Für die Anlagen gab es keine Genehmigungen, der Märkische Kreis legte sie deshalb still. © Heyn, Volker

Auf einmal ging alles sehr schnell mit der offensichtlich nicht ganz sauber arbeitenden Asphaltaufbereitung an der Schlacht: Kurz nachdem die Ermittlungen des Märkischen Kreises begonnen hatten, legte die Umweltbehörde beide mobilen Anlagen still.

Alexander Bange, der Pressesprecher des Märkischen Kreises, teilte auf Anfrage der Redaktion mit, dass dem Fernmeldebauunternehmen Helmut Lübbe der Betrieb der Asphaltaufbereitungsanlagen untersagt wurde.

Nach Beschwerden von Siedlungsbewohnern aus Ütterlingsen, die sich über Geruch von verbranntem Gummi beklagten, waren das Ordnungsamt der Stadt Werdohl und der Märkische Kreis als Untere Immissionsschutzbehörde (UIB) hinzugezogen worden. Alexander Bange erklärte zunächst die Rahmenbedingungen für den Betrieb so einer Anlage: „Die Genehmigung wird grundsätzlich für jede einzelne Anlage beziehungsweise jeden einzelnen Standort geprüft und gegebenenfalls erteilt. Das ist deshalb erforderlich, weil die prüfungsrelevanten Rahmenbedingungen von Standort zu Standort unterschiedlich sind. Dies betrifft zum Beispiel die planungsrechtlichen Voraussetzungen und auch die schutzwürdigen Nutzungen, insbesondere benachbarte Wohnnutzungen.“

Kreis hatte keine Genehmigung erteilt

Schon am Mittwoch stellte Bange für den Märkischen Kreis fest, dass die Behörde für die beiden Anlagen keine Genehmigung erteilt hatte. Lübben bereitet bereits seit Anfang Januar Asphalt aus Glasfaserkabel-Baustellen auf dem Gelände an der Schlacht auf.

Bange kann auch erklären, warum der Märkische Kreis erst zwei Monate nach der ersten Inbetriebnahme der Anlagen einschritt: „Der Betreiber hatte im Vorfeld bei der Unteren Immissionsschutzbehörde des Märkischen Kreises keine diesbezügliche Anfrage und insbesondere keinen entsprechenden Antrag gestellt. Bei der UIB waren bis dahin auch keine Beschwerden eingereicht worden.“

Stadt sah keinen Anlass einzuschreiten

Auch bei der Stadt Werdohl gab es keinen Anlass, in der Schlacht tätig zu werden. Nach einem Einsatz von Feuerwehr und Polizei Mitte Januar stellten die Einsatzkräfte lediglich fest, dass es sich nicht um einen Brand, sondern um Asphaltarbeiten handele. Mit dieser Meldung, so die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Yasemin Kalay, sei die Sache Mitte Januar für die Stadt Werdohl erledigt gewesen.

Reagiert haben die Behörden schließlich auf Anrufer aus Ütterlingsen, die auf die enorme Rauchentwicklung hinwiesen und von möglicherweise gesundheitsgefährdenden Dämpfen sprachen.

Das Fernmeldebauunternehmen Helmut Lübben aus Leer arbeitet übrigens nicht im Auftrag des Märkischen Kreises. Der Kreis habe lediglich das Förderverfahren mit der Telekom betrieben. Auftraggeber sei die Telekom.

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