Mähler und Schlecker auf der Königsburg schließen

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Ulla DiCaro verkauft noch Brot in der Bäckerei Mähler auf der Königsburg – bis Silvester. Dann bleiben alle Brötchenkörbe für immer leer. ▪

WERDOHL ▪ „Da hängt schon mein Herz mit dran“, sagt die Verkäuferin und seufzt. Die Schlecker-Mitarbeiterin will namentlich nicht genannt werden. Doch „ihre“ Filiale schließt zum 11. Januar. „Ich habe sie vor sieben Jahren selbst mit eingeräumt“, erinnert sich die Verkäuferin.

Und so habe sie über die Jahre hinweg auch eine Bindung zu den Kunden aufgebaut. Rund zehn Anwohner kämen täglich, um dort einzukaufen. „Besonders die älteren ohne Auto sind traurig“, berichtet sie. Teils seien sie ratlos, wo sie künftig ihren Drogeriebedarf erstehen sollen.

Und auch die Schüler werden enttäuscht sein: „Die Grundschüler und auch die vom Riesei kommen morgens und auch nach der Schule in Scharen“, weiß die Schlecker-Angestellte. „Dann ist hier die Hölle los.“

Dass die alle traurig seien über das Aus für die Filiale, könne sie gut mitfühlen. „Aber jetzt muss man nach vorne schauen“, sagt sie und zuckt mit den Schultern. Sie selbst werde aber nicht arbeitslos, käme in einer anderen Filiale des Drogisten unter.

So geht es auch den Mitarbeitern bei Mähler. Doch bei der Bäckerei ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite ist schon zum Jahresende Schluss. „Manche Kunden verstehen das nicht. Die sagen: ‘Ihr hättet doch auch mal was anderes machen, was Neues anbieten müssen’“, weiß Verkäuferin Ulla DiCaro.

Doch weiß sie auch, dass sie meist alleine im Laden steht. „Wir haben nur fünf, sechs Stammkunden. Außerhalb der Ferien ist etwas mehr los.“ Dann kommen die Schüler, holen sich ein Brötchen oder auch mal ein paar Süßigkeiten. Jedoch am gestrigen Donnerstag reichte DiCaro lediglich „ein, zwei Brote und ein paar Brötchen“ über die Ladentheke.

Monika Mader ist Stammkundin in beiden Geschäften. Die Mutter eines vierjährigen Sohnes lebt seit vier Jahren auf der Königsburg und sagt: „Dass die beide zumachen ist gar nicht gut. Dann ist hier bald ja tote Hose.“ Mindestens ein-, zweimal die Woche kauft sie bei Schlecker und Mähler ein – noch. ▪ Von Michael Koll

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