Neugierige Kinder im Museum

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Auf den alten Schulbänken im Stadtmuseum nahmen die Drittklässler der Städtischen Gemeinschaftsschule probeweise einmal Platz. Und sie stellten fest, dass sie es heute in ihrer Schule durchaus etwas bequemer haben.

Werdohl - Gemütlich sitzen Udo Böhme und Heiner Burkhardt auf den alten Schulbänken im Museum. Die beiden Vorstandsmitglieder des Werdohler Heimat- und Geschichtsvereins plaudern über Alltägliches. Die Situation ist entspannt und ruhig. Doch schon einen Augenblick später ist es damit vorbei.

Mit einem Mal kommt Leben ins Stadtmuseum: 45 Mädchen und Jungen drängen mit ihren Lehrerinnen in den kleinen Raum. Sie kommen von der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule und haben gerade schon das Werdohler Rathaus besichtigt.

Einen solchen Besuch empfangen Böhme und Burkhardt immer gerne. Dieses Mal wird es aber besonders erfreulich. Die Kinder stellen viele Fragen. Sie sind ganz offensichtlich durch den Unterricht der vergangenen Wochen schon sehr gut auf die Museums-Exponate vorbereitet. Die Drittklässler können sogar die Fragen der beiden Vertreter des Heimat- und Geschichtsvereins nahezu alle richtig beantworten.

Das Modell des Viaduktes in Ütterlingsen wurde von den Mädchen und Jungen ausgiebig bestaunt. Schade fanden sie es nur, dass der Zug darauf nicht fährt.

Geduldig gehen die Grundschüler in zwei Gruppen durch das Museum. Neugierig erkundigen sie sich nach einzelnen Ausstellungsstücken. Und begeistert rufen sie aus: „Oh, da hängt ja ein Zeppelin unter der Decke.“

Und so erfahren sie, dass diese Luftschiffe Anfang des vorigen Jahrhunderts in der Stadt zwischen Lenne und Verse aus Aluminium gebaut wurden. Der aus Lüdenscheid stammende Carl Berg hatte in Eveking ein Messing- und ein Hammerwerk. Er ersann die Konstruktion für diese imposanten Fortbewegungsmittel. Sein Schwiegersohn Alfred Colsman – ebenfalls ein Werdohler Unternehmer – übernahm später die Produktion des Zeppelins.

Besonders Interesse haben die Kinder dann aber auch an den Modellen des Ütterlingser Viaduktes und des Ahe-Hammers. Beim Modell des historischen Stadtbildes zeigt sich einmal mehr: Die Kinder sind sehr gut informiert. So ist ihnen beispielsweise sehr geläufig, dass Toiletten einst nicht im Haus waren, sondern in einer Holzhütte auf dem Hof – so wie auf dem Modell zu sehen.

Heiner Burkhardt und Udo Böhme (im Bild) vom Werdohler Heimat- und Geschichtsverein führten die Drittklässler durch das Stadtmuseum. Die beiden hatten dabei viel Interessantes zu berichten.

Aber sie wissen noch nicht alles. Und so fragt ein Junge Udo Böhme, ob denn die Stadt Werdohl ihren Namen tatsächlich gewählt habe, weil die Lenne eben an der Stelle, wo diese Siedlung einst entstand, ein „W“ formt? Aber nein, entgegnet der Museumsführer, dabei handelt es sich lediglich um einen Zufall. Probesitzen auf den alten Schulbänken Weiter geht es dann zu den alten Schulbänken. Einige Kinder nehmen diese sofort in Beschlag. Doch Böhme fordert immer mehr Mädchen und Jungen auf, dort Platz zu nehmen. Denn tatsächlich mussten sich früher teils vier Kinder gemeinsam eine Bank teilen. Beim Probesitzen stellen die Ütterlingser Grundschüler fest, dass das schon ganz schön eng ist.

Ein Junge blättert derweil in einem der bereitliegenden Bücher. Skeptisch fragt er, ob ihm das jemand übersetzen könne. Die etwas verschnörkeltere Druckschrift kann er nicht entziffern und so entgeht ihm zunächst, dass die Geschichten in diesem Lesebuch auf Deutsch verfasst wurden. Doch kaum wird ihm der erste Satz vorgelesen, spricht er selbst den zweiten fehlerfrei aus. Andere schließlich sich ihm an und entziffern dann den dritten Satz.

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