Glücksspieler greift in die Spielhallen-Kasse

Symbolbild Urteil Gericht Justiz

Werdohl - Mit den Schlüsseln seiner dort beschäftigten Ehefrau machte sich ein 50-jähriger Lüdenscheider in der Nacht zum 10. Juli 2017 auf den Weg in eine Werdohler Spielhalle. Dort stahl er 1600 Euro aus der Kasse und verschwand im Morgengrauen - ohne die von ihm ausgestellte Alarmanlage wieder anzustellen. „Ja, ich habe das gemacht“, legte er im Amtsgericht Altena ein ebenso kurzes wie umfassendes Geständnis ab.

Einen Hinweis auf ein mögliches Tatmotiv lieferte seine mitangeklagte Ehefrau, die am Tag zuvor 400 Euro aus der Kasse der Spielhalle genommen hatte. Sie deutete an, dass ihr Mann dieses Geld zum Spielen gebraucht hatte.

Weil sie eine Kollegin über diesen „Kredit“ informiert und dem Chef gesagt hatte, „dass er das von meinem Lohn abziehen soll“, wurde ihr Strafverfahren ohne Auflagen eingestellt. Diese 400 Euro waren im Gegensatz zu den 1600 Euro bereits zurückgezahlt worden. Gegen den nicht vorbestraften Lüdenscheider beantragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Richter Dirk Reckschmidt verwies jedoch darauf, dass der Diebstahl dieser recht erheblichen Summe unter Einsatz von Schlüsseln einem Einbruchdiebstahl nahe komme und verurteilte den Angeklagten zu einer Haftstrafe von drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Als Bewährungsauflage muss er monatlich 100 Euro an den Spielhallenbetreiber überweisen, um den Schaden wieder gut zu machen. Er könne das Geld auch in die Spielbude bringen, erklärte der Richter und mahnte: „Nur nicht verzocken!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare