Aktion „Ehrensache“

Luca (12) kämpft gegen tödliche Viren: Welle der Hilfsbereitschaft schwappt durch Werdohl

Freunde aus dem Versetal schickten Luca immer wieder solche Aufmunterungen ins Krankenhaus.
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Freunde aus dem Versetal schickten Luca immer wieder solche Aufmunterungen ins Krankenhaus.

Die Fußballfamilie rund um Werdohl hat der Familie von Luca Lienenkämper 6500 Euro gespendet. In einer beispiellosen Solidaritätsaktion ist diese große Summe innerhalb kurzer Zeit zusammen gekommen.

Der Zwölfjährige leidet an einem vererbten Immundefekt, der sein Leben bedroht. Die seltene Krankheit nennt sich XLP. Zuletzt musste Luca vier Monate in einer Klinik in Freiburg verbringen, steht jetzt noch bis zum 26. Dezember unter häuslicher Quarantäne, weil jeder Infekt für ihn tödliche Folgen haben könnte.

Motor der Spendenaktion ist die Fußballabteilung des TuS Versetal. Deren Geschäftsführer Volker Ossenberg hat sich so richtig reingehängt in die Aktion „Ehrensache“. Zu Daniel Lienenkämper hat Ossenberg einen kurzen Draht: „Mir war schnell klar, dass die Familie Geld braucht.“ Die Behandlungskosten werden zwar durch die Krankenkasse übernommen, aber Verdienstausfälle und Fahrkosten haben die Reserven der Lienenkämpers vollständig aufgezehrt.

T-Shirts zugunsten der Familie verkauft

Ossenberg ist Fußballer durch und durch. In normalen Zeiten hätte der Verein ein Benefizturnier veranstaltet, um Geld zu sammeln, das ging aber wegen Corona nicht. Also ließen die Versetaler weiße Shirts mit „TuS Versetal“, Initialen des Käufers und dem Logo „Ehrensache“ bedrucken. Für fünf Euro Mehrpreis zugunsten von Lucas Familie sollten die Shirts verkauft werden. Ossenberg: „Wir hatten so mit höchstens 750 Euro Spenden gerechnet.“

Vier Monate verbrachte Luca in der Uniklinik Freiburg. Die meiste Zeit war er an Apparate angeschlossen.

Was dann kam, lässt Ossenberg demütig und dankbar werden. Die Hilfsbereitschaft der Vereine aus dem Fußballkreis Lüdenscheid sei absolut überwältigend gewesen. Vereinssportler und Privatleute spendeten große und kleine Summen, manche wollten gar keine Shirts haben. Um den Gedanken der Sportfamilie zu visualisieren, hatte sich Ossenberg ein Foto mit allen Spendern auf dem Sportplatz Altenmühle gewünscht, doch auch das ging wegen Corona nicht. Letztlich verzichtete der Verein auch noch auf die symbolische Spendenübergabe und überwies das Geld einfach aufs Familienkonto.

Schnelle Hilfe war erforderlich

„Wir wollten jetzt direkt helfen, es war eilig“, so Ossenberg. Er hat jetzt schon weitere Eingänge von ein paar hundert Euro, die gesammelt später an Lienenkämpers übergeben werden.

Ossenberg erlaubt sich dazu auch eine persönliche Anmerkung: „Für alle, die über ihr Leben wegen Corona klagen, ist die Geschichte von Luca und seiner Familie eine Horizonterweiterung.“

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