Kaninchenzüchter kämpfen mit vielen Problemen

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Am Freitagnachmittag begannen die Vereinsmitglieder mit dem Aufbau für die Schau in der Schulaula.

Werdohl - In der Aula der Städtischen Realschule am Köstersberg herrscht am Freitagnachmittag rege Betriebsamkeit. Statt Schülern und Lehrern sind es allerdings die Mitglieder des Werdohler Kaninchenzuchtvereins W 445, die den großen Saal nutzen.

Erstmals bauen sie dort ihre Käfige für die Lokalschau am Wochenende auf – eine Veranstaltung, die es nach Jahrzehnten beinahe nicht mehr gegeben hätte. 

Nachdem Unbekannte in der leergezogenen Jahnturnhalle, in der die Kaninchenzüchter sonst stets ihre Tiere ausgestellt hatten, sämtliche Armaturen sowie Wasser- und Gasleitungsrohre gestohlen hatten, dachte der Traditionsvereins, der mit großen Nachwuchsproblemen und schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen hat, lange darüber nach, die Schau gar nicht mehr stattfinden zu lassen. 

„Dann hat die Stadt uns allerdings die Aula der Realschule als neuen Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt“, erinnert sich Martin Pache. Der Vereinsvorsitzende ließ daraufhin auf der Monatsversammlung der aktiven Züchter Ende Oktober abstimmen. Sieben Anwesende sprachen sich für die Durchführung aus, sechs dagegen. „Es war denkbar knapp“, sagt Pache. 

Dem Verein fehlt der Nachwuchs 

So wird es also auch in diesem Jahr eine Lokalschau der Werdohler Kaninchenzüchter geben. Wie viele allerdings noch folgen, wagt Pache aktuell nicht zu sagen: „Denn wir betreiben leider ein aussterbendes Hobby. Das kaum noch Jüngere nachfolgen, macht mich schon etwas traurig. Ich hoffe aber, dass es weitergeht.“ 

Der 55-Jährige hat mittlerweile vor mehr als 40 Jahren mit seinem Hobby angefangen, die Leidenschaft und Liebe zu den Langohren von seinem Vater praktisch in die Wiege gelegt bekommen. „Heute fehlt der Nachwuchs leider fast komplett“, sagt Pache. 

Hobby bedeutet hohen Zeitaufwand 

Mögliche Erklärungen sieht der Züchter in einem veränderten Freizeitverhalten und dem hohen Zeitaufwand, den sein Hobby bedeutet. „Ich habe 28 Tiere, um die ich mich natürlich jeden Tag kümmern muss. Das sind pro Tag schnell eineinhalb Stunden. Am Wochenende, wenn die Ställe ausgemistet werden, können es auch mal sechs oder sieben Stunden sein. Und wenn die Tiere dann auch noch für eine Schau hergerichtet werden, kann ich den zeitlichen Aufwand kaum noch bemessen“, sagt Pache. 

Der fehlende Nachwuchs wirkt sich natürlich auf die Anzahl der Vereinsmitglieder aus. „Früher waren wir mal 70 bis 80, heute noch gut 30“, sagt Pache. In Spitzenzeiten stellten die Werdohler Züchter bei ihrer Lokalschau weit über 200 Tiere aus, heute und morgen sind es in der Schulaula noch 71. Weil sich auch die Anzahl der aktiven Züchter deutlich reduziert hat, ist der Traditionsverein auf Unterstützung angewiesen, um die Veranstaltung überhaupt stemmen zu können. 

Dank an die Stadt Werdohl 

Die Unterstützung gibt es nicht nur durch freiwillige Helfer, die beim Auf- und Abbau dabei sind, sondern auch durch die Stadt Werdohl. „Bei der Verwaltung möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Die Stadt hat uns beim Transport der benötigten Materialien und vielen anderen Dingen wirklich sehr geholfen. Ohne diesen Einsatz hätten wir die Schau am neuen Standort gar nicht machen können“, sagt Pache abschließend.

Die Lokalschau des Kaninchenzuchtvereins W445 Werdohl findet am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr in der Aula der Städtischen Realschule Werdohl am Köstersberg statt. Für die Verpflegung der Besucher wird es an beiden Tagen eine Cafeteria geben. Zudem hat der Verein wieder eine Tombola auf die Beine gestellt. Die Begutachtung und Bewertung der Tiere durch die Preisrichter ist für Samstagvormittag vorgesehen. Der Verein erwartet an beiden Tagen bis zu 150 Besucher, darunter viele Züchter aus der Region, aber auch dem benachbarten Ausland.

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