Stadt sieht Handlungsbedarf

Lindenallee soll abgeholzt werden

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Die Lindenallee an der Goethestraße prägt das Stadtbild. Trotzdem sollen die Bäume wohl gefällt werden.

Werdohl – Dem Stadtbild steht möglicherweise ein gravierender Einschnitt bevor: Die Stadt trägt sich mit dem Gedanken, die Lindenallee an der Goethestraße fällen zu lassen.

Das hat Martin Hempel, Leiter der Abteilung Tiefbau und Bauhof, am Dienstagabend im Bau- und Liegenschaftsausschuss mitgeteilt. 

Sie prägt das Stadtbild Werdohls, die Lindenallee an der Goethestraße. Und genau deshalb hat die Stadt schon seit Jahren waches Auge auf die rund 100 Bäume, die zwischen 80 und 100 Jahre auf dem Buckel haben. Regelmäßig kontrolliert der städtische Baumkontrolleur Siegfried Maucher, ob die Standfestigkeit der Linden noch gewährleistet ist. Eine Überprüfung von sicherheitsrelevanten Bäume in Straßennähe ist zweimal im Jahr – mit und ohne Blattwerk – vorgeschrieben. Dabei sind in den vergangenen Jahren immer wieder einmal Bäume mit faulen Stellen aufgefallen. Auch unsanfte Begegnungen mit Autos haben dem einen oder anderen Baum zugesetzt. Einige Linden mussten auch schon gefällt werden. 

Systematische Erneuerung gefordert

Martin Hempel fordert nun, dass die Stadt systematisch an die Erneuerung der Lindenallee herangeht. Immer wieder einzelne Gefahrenbäume zu fällen und durch Neuanpflanzungen zu ersetzen, sei auf Dauer keine Lösung, meint er. Der bessere Weg wäre in seinen Augen, zunächst alle Alleebäume an der Goethestraße zu fällen, und dann eine ganz neue Allee anzupflanzen. „Nur so bekommen wir ein schönes Bild hin“, ist Hempel überzeugt. Alles andere sei nur Stückwerk und einem harmonischen Gesamtbild nicht zuträglich. 

Allerdings sollen nach Hempels Vorstellung nicht alle Bäume auf einmal gefällt werden. Im Ausschuss sprach er von drei Abschnitten. Die ersten Bäume könnten demnach bereits im nächsten Jahr fallen. Sicher ist das aber nicht, weil die Maßnahme zunächst noch in den Haushaltsplanberatungen besprochen werden muss. Hempel rechnet für den ersten Abschnitt mit Kosten in Höhe von 30 000 Euro für Fällung und Neuanpflanzung. Und er hofft auf Fördermittel. Vielleicht könne die Erneuerung der Allee Bestandteil der Überplanung der Lennepromenade sein, die schon mit Mitteln aus dem Strukturförderprogramm Leader gefördert wird. Auch für die anschließende Umsetzung dieser Planung wird sich die Stadt bestimmt wieder auf die Suche nach Fördermitteln begeben. Beispielsweise soll die Neuanpflanzung von Bäumen an den Kletterfelsen möglichst mit Geld aus dem NRW-Förderprogramm „Grüne Infrastruktur“ bezahlt werden. 

Am Schmalefeld: Alte Eiche muss gefällt werden

Wohl nicht mehr zu verhindern ist, dass eine alte Eiche am Schmalefeld gefällt werden muss. Der Baum sei von einem Pilz befallen, der die Standfestigkeit beeinträchtige, erläuterte Martin Hempel. 2018 und 2019 habe ein externer Baumsachverständiger die Eiche begutachtet und den Pilzbefall festgestellt, der in diesem Jahr noch weiter fortgeschritten sei. Zwar gebe es, so Hempel, die Möglichkeit, den Baum mit einem Impfstoff zu behandeln. Das sei aber nicht nur mit gut 12 000 Euro teurer und mit einer Dauer von vier Jahren langwierig, sondern es gebe dafür auch keine Erfolgsgarantie. 

„Der Baum wäre zwar eigentlich erhaltenswert, aber dieser Aufwand ist nicht gerechtfertigt“, sagte Hempel nach Abwägung des Für und Wider einer Behandlung des hölzernen Patienten. Er plädierte deshalb für eine Fällung und die Neuanpflanzung eines schon größeren Baumes.

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