Weiteres Gutachten liegt vor

Linden-Alle an der Goethestraße: Entscheidung über Fällung gefallen

Die Linden-Allee an der Goethestraße muss sehr wahrscheinlich doch nicht abgeholzt werden. Ein Gutachter hat der Stadt einen anderen Weg vorgeschlagen.
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Die Linden-Allee an der Goethestraße muss sehr wahrscheinlich doch nicht abgeholzt werden. Ein Gutachter hat der Stadt einen anderen Weg vorgeschlagen.

Die Meldung hatte im Herbst für einen Aufschrei gesorgt: Die Stadt trägt sich mit dem Gedanken, die Linden-Allee an der Goethestraße abzuholzen.

Mittlerweile liegt im Rathaus ein neues Gutachten vor, in dem ein Baumsachverständiger auch noch einen anderen Weg vorschlägt.

„Es hätte mich auch gewundert, wenn die Allee den Werdohlern gleichgültig gewesen wäre“, bekannte Martin Hempel, das er die Kritik erwartet habe. Der Leiter der Abteilung Tiefbau und Bauhof im Rathaus hatte in einer Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses Ende Oktober davon gesprochen, dass von rund 100 Bäumen, die zwischen 80 und 100 Jahre auf dem Buckel haben, immer mehr Exemplare Schaden aufweisen. Sein Vorschlag: Die Stadt sollte systematisch an die Erneuerung der Lindenallee herangehen, also die Bäume nach und nach fällen und durch neue Bäume ersetzen. In einem ersten von drei Abschnitten könne schon 2021 mit der Verjüngung der Allee begonnen werden.

Von radikaler Maßnahme mittlerweile keine Rede mehr

Mittlerweile ist von einer solchen radikalen Maßnahme keine Rede mehr. Im Rathaus liegt inzwischen ein Gutachten des Mendener Baumsachverständigen Michael Birke vor, der sich die Linden an der Goethestraße auch schon in den vergangenen Jahren regelmäßig angeschaut hat. Sein Urteil: Die Bäume müssen nicht unbedingt gefällt werden.

Seit mehr als zehn Jahren untersucht Birke in gewissen zeitlichen Abständen die alten Baumriesen an der Goethestraße. In dieser Zeit habe er „keine grundsätzlich negative Entwicklung feststellen“ können, schreibt der Experte in seinem Gutachten. In den ersten Jahren hätten zwar einige stärker beschädigte Bäume gefällt werden müssen, räumt Birke ein, schreibt in seinem Bericht aber weiter: „Bei der aktuellen Kontrolle wurde zwar der normale Pflegebedarf an den alten Kappungsstellen im Kronenbereich festgestellt, aber keinerlei Schäden zum Beispiel durch Pilzfruchtkörper im Stammfußbereich ..., wie sie sonst bei älteren Linden oft festzustellen sind“.

Pilz verursacht bei den Linden eine Fäule

Hervorgerufen werden solche Schäden nach Einschätzung des Sachverständigen oft durch den Lackporling, einen Pilz, der bei Linden eine Fäule verursacht, die sich in den Stamm ausdehnt. Auch der Brandkrustenpilz kann Linden schädigen, er gehört zu den gefährlichsten Holz abbauenden Pilzarten und kann die Stand- und Bruchsicherheit von befallenen Bäumen extrem gefährden.

Der Baumsachverständige stuft die rund 400 Meter lange Linden-Allee an der Goethestraße trotz erheblicher Vorschäden, die auch Martin Hempel in seiner Einschätzung im vergangenen Herbst schon aufgezählt hatte, als „unbedingt erhaltenswert“ ein.

Empfehlung: Bäume sollen gekürzt werden

Auch der Landschaftsplaner Berger, den die Stadt mit der Überplanung der Lennepromenade beauftragt hat, hat sich die Linden angesehen. Auch er hält eine Fällung der Bäume nicht für notwendig, empfiehlt aber, sie abschnittweise auf 5 bis 7 Meter zu kürzen. Davon wiederum rät der Sachverständige Birke ab.

In gewisser Weise ist Martin Hempel nach diesen Experteneinschätzungen erleichtert. „Wir fällen ja keine stadtbildprägenden Bäume ohne triftigen Grund“, sagte er und war froh darüber, dass ein solcher Grund nun offenbar doch nicht vorliegt. Im Rathaus würden die Einschätzungen der Fachleute nun „in Ruhe bewertet“, um dann ein Konzept für die Pflege der Allee zu entwickeln. „Die Bäume bleiben aber auf jeden Fall erhalten“, versicherte Hempel.

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